Harburg
Landkreis Harburg

Der Heidetourismus ist weiter auf Rekordkurs

Seit Anfang des Jahres gibt es erstmals eine Karte mit allen Abfahrtsorten der Heidekutschen.

Seit Anfang des Jahres gibt es erstmals eine Karte mit allen Abfahrtsorten der Heidekutschen.

Foto: Christian Wyrwa / HA

Zahl der Übernachtungen ist seit Januar um 5,28 Prozent gegenüber 2018 gestiegen. Vor allem Kurzurlauber zieht es in die Heide.

Lüneburger Heide. Der Tourismus in der Lüneburger Heide ist weiterhin auf Rekordkurs. Allein in den ersten sechs Monaten diesen Jahres stieg die Zahl der Übernachtungen in den Landkreisen Harburg, Celle, Uelzen, Heidekreis und Lüneburg um 5,28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2.584.035 Übernachtungen zählte das Landesamt für Statistik zwischen Januar und Juli 2019 in den Hotels, Gasthöfen, Pensionen und auf Campingplätzen der Region. Damit ist die Lüneburger Heide erneut auf dem besten Wege, ein Rekordjahr zu verzeichnen.

„Der Tourismus in der Lüneburger Heide entwickelt sich aktuell auf einem hervorragenden Niveau“, sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. „Mit unserem Angebot liegen wir genau im Trend. Natürlichkeit und Authentizität sind gefragt.“

Die meisten Urlauber bleiben drei Nächte im Durchschnitt

Auch in diesem Jahr nutzten die meisten Urlauber die Lüneburger Heide für einen Kurzurlaub. Sie blieben im Schnitt drei Nächte und gaben im Durchschnitt 104 Euro pro Kopf aus. Für die Lüneburger Heide ist der Tourismus damit nach wie vor stärkster Wirtschaftszweig in der Region. 32.000 Menschen sind im Tourismus beschäftigt. Der Bruttoumsatz liegt 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Aufwärtstrend hält seit Jahren an. Bereits 2011 zählte die Region mehr als fünf Millionen Übernachtungen. Jahr für Jahr stiegen seitdem die Zahlen. Auch 2018 verkündete die Lüneburger Heide GmbH, die Dachorganisation und fachliche Interessensvertretung der touristischen Leistungsträger aus der größten Urlaubsregion Niedersachsens, ein Rekordjahr.

Buchungen über die Website um ein Viertel höher

So wuchs der Tourismus 2018 um 2,77 Prozent auf 5,7 Millionen Übernachtungen. Und das trotz ausbleibender Heideblüte. Dass dieser Aufwärtstrend auch in diesem Jahr weitergehen würde, zeigte sich schon zu Jahresbeginn. So lagen bereits im Januar die Buchungen über die Website der Lüneburger Heide um 25 Prozent über dem Vorjahr.

Zahlreiche Aktionen und eine bessere Vernetzung der Veranstalter und Anbieter tragen dazu bei, dass die Region weiter an Attraktivität gewinnt. So wurden im Frühjahr erstmals die Abfahrtstellen der Heidekutscher auf einer Karte zusammengefasst und das Gesamtverzeichnis auf dem Onlineportal der Lüneburger Heide GmbH veröffentlicht.

Sehr beliebt sind Aktionspakete mit Führungen

Im Mai erschien zudem eine neue Broschüre über die geführten Touren, die im Sommer und Herbst stattfinden. Darunter Mondschein-Wanderungen, Barfußwandern in Heidesand oder Wassertreten im Fluss. „Wir konnten unsere Touren um satte 23 Prozent steigern“, sagt Ulrich von dem Bruch. „Das zeigt uns, wie groß die Nachfrage und das Interesse ist.“

Naturschutz wird groß geschrieben

Auch der Naturschutz spielt eine große Rolle in der Region. Aktuelles Beispiel: Der Heidschnuckenweg musste nach Erosionsschäden auf Höhe des Brunsbergs bei Buchholz erneuert werden. Doch anstatt den Weg einfach an der ursprünglichen Stelle wiederherzustellen, wurde er kürzlich gezielt ein kleines Stück verlegt. Der Grund: Wildbienen nutzen diesen Abschnitt, um im lockeren Sand und in den Abbruchrinnen Bruthöhlen anzulegen. „Aus Sicherheitsgründen hätte man die Erosionsrinnen auch zuschütten und den Wanderweg an selber Stelle neu befestigen können“, sagt Detlef Gumz, Leiter der Naturschutzbehörde beim Landkreis Harburg.

„Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, den Weg zu verlegen und so den nützlichen, aber leider immer seltener werdenden Insekten einen idealen Lebensraum zu bieten.“ Zwischen Wald und Heide wurden zudem Übergangsbereiche geschaffen, die diese Flächen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere aufwerten und die Vielfalt steigern.

Natur- und Landschaftsschutz arbeiten zusammen

Der Wald selbst wurde, wie für die Heideregion typisch, bewusst licht gestaltet – hier mussten die Douglasien als nicht heimische Baumart weichen. Damit wurde nicht nur den typischen Tier- und Pflanzenarten geholfen. Für den Erholungsuchenden wurde zugleich das wunderschöne Relief der eiszeitlichen Landschaft erlebbar gemacht.

„Die Naturschutzmaßnahmen dienen nicht nur dazu, die einzigartige Kulturlandschaft der Lüneburger Heide und ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten“, sagt Christiane Vogt, Mitarbeiterin in der Stabsstelle Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung beim Landkreis Harburg. „Sie sind auch notwendig, um die Attraktivität der Region als Tourismusstandort weiter zu fördern.“ Zu denen trägt der Heidschnuckenweg ganz maßgeblich bei. Er gehört ganz offiziell auch 2019 zu „Deutschlands schönste Wanderwegen“.