Harburg
Naherholung

Immer mehr Touristen nutzen Fahrrad-Busse

Der Elbe-Radwanderbus bedient inzwischen zwei Linien und erwartet im kommenden jahr den 50.000 Fahrgast.

Der Elbe-Radwanderbus bedient inzwischen zwei Linien und erwartet im kommenden jahr den 50.000 Fahrgast.

Foto: MARTIN ELSEN / HA

An der Elbe und in der Heide nehmen Fahrgastzahlen der Shuttle-Angebote um bis zu 20 Prozent zu. Auch Zufriedenheit der Kunden steigt.

Harburg/Buchholz . Die Ausflugziele südlich der Elbe und die Lüneburger Heide werden bei Touristen sowie Ausflüglern aus Hamburg und aus der Region immer beliebter. Um bequem ans Ziel zu gelangen, nutzen immer mehr Menschen die Touristen-Busse mit kostenloser Fahrradmitnahme, die während der Saison überall in den Naturparks der Region unterwegs sind. Das geht aus den aktuellen Fahrgastzahlen für 2019 hervor, die dem Abendblatt vorliegen. Demnach liegt der Anstieg bei bis zu 20 Prozent. Gleichzeitig wächst die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem kostenlosen Mobilitätsangebot.

Vor allem Wanderer nutzen den Regionalpark-Shuttle

„Wir hatten dieses Jahr 3400 Fahrgäste auf dem Regionalpark-Shuttle. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr, und das finden wir richtig klasse“, sagt Regionalmanager Sven Hedicke vom Regionalpark Rosengarten. Während sich der Anteil derjenigen, die ihr Fahrrad im Bus mitnehmen, in etwa gleich blieb (17 Prozent), stieg die Anzahl der Wanderer. Viermal täglich umrundet der Regionalpark-Shuttle (immer sonnabends uns sonntags) den Naturpark Rosengarten im Uhrzeigersinn. Damit lässt sich die Tour nach Lust und Laune abkürzen oder verlängern. „Ich kann quer durch den Rosengarten wandern – und steige im Westen wieder in den Bus“, nennt Hedicke als Beispiel. „Oder aussteigen, mich auf das Mountainbike schwingen, und steige an anderer Stelle wieder den Bus.“

Hauptziele waren der Wildpark Schwarze Berge und das Freilichtmuseum Kiekeberg. Einschränkungen gab es aufgrund der Sperrung des Ehestorfer Heuwegs (Bauarbeiten), worauf der Bus eine Umleitung über die A 7 nehmen musste. „Ich denke, wir werden zunehmend attraktiv für Erholungssuchende aus Hamburg. Aber auch Ortsansässige, die Richtung Hollenstedt oder Elstorf fahren, steigen mehr und mehr in den Bus“, so Hedicke. Auch im kommenden Jahr bleibt das Angebot kostenlos.

Radler und Tagesgäste sind mit dem Elbe-Radwanderbus unterwegs

Eine positive Bilanz zieht auch Sandra Junge vom Tourismusverband Stade. „Wir freuen uns über einen stabile Gesamtnachfrage und das positive Feedback von Gästen und Bewohnern der Urlaubsregion Altes Land und Elbstrom für den Elbe-Radwanderbus.“ Überwiegend wird der Bus von Radfahrern und Tagesausflüglern genutzt – auch in Verbindung mit Veranstaltungen wie dem Altländer Kirschmarkt in Jork, Harsefelder Bierzauber, dem Radler- und Skatertag in Drochtersen oder den Altstadtfesten in Stade und Buxtehude.

Spitzentag der Linie 1 (Harsefeld-Niederelbe) war der Pfingstsonntag (135 Fahrgäste), gefolgt vom Julisonntag des Kirschmarktes mit 91 Fahrgästen auf Linie 2 (Buxtehude-Finkenwerder). Dass wegen einer Dauerbaustelle die Grünendeich Fähre – eine der wichtigsten Haltestellen, nicht angesteuert werden konnte, lässt sich angesichts der Prognose verschmerzen, dass im kommenden Jahr bereits der 50.000 Fahrgast im Elbe-Radwanderbus begrüßt werden wird. „Wir haben in dieser Saison sehr viele positive Rückmeldungen zum Elbe-Radwanderbus bekommen. Er ist ein Sympathieträger der Urlaubsregion. Ein Teil der Fahrgäste nutzt den Bus auch als Ergänzung zum ÖPNV“, sagt Junge. In der kommenden Saison 2020 wird der Elbe-Radwanderbus Linie 1 mit vier neuen Niederflurbussen ausgestattet – was Fahrgästen das Auf- und Abladen der Fahrräder und insbesondere von E-Bikes erleichtern dürfte.

20 Prozent mehr beim Heide-Shuttle

Vier Niederflurbusse mit Radanhänger fahren bereits in der Naturparkregion Lüneburger Heide für den Heide Shuttle. Und das mit großem Erfolg. Naturparkregion-Geschäftsführerin Hilke Feddersen ist „stolz und glücklich, dass wir in dieser Saison erneut tolle Fahrgastzahlen für den Heide Shuttle erreicht haben“. Auf vier Ringen fuhren von Mitte Juli bis Mitte Oktober mehr als 60.000 Fahrgäste. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wurden 51.000 Fahrgäste gezählt – wobei die lang anhaltende Hitzeperiode mit Temperaturen jenseits der 30 Grad eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte.

„Damit haben wir in in diesem Jahr wieder deutlich mehr Fahrgäste als im vorigen Jahrhundertsommer und liegen mit 20 Prozent Zuwachs wieder auf dem bestem Niveau der Jahre 2014 und 2016.“ Jeder sechste Fahrgast im Heide Shuttle hatte sein Fahrrad dabei (10.600). Stärkster Monat war der August mit rund 28.000 Fahrgästen. „Ein wesentlicher Grund für dieses Ergebnis dürfte die sagenhafte Heideblüte gewesen sein. Es hat einfach alles gepasst“, sagt Hilke Feddersen. Der Lüneburger Heideradbus, der nur an sechs Wochenenden im Jahr zwischen Lüneburg und Döhle pendelt, wurde ebenfalls sehr gut angenommen.

Befragung unter 600 Fahrgästen

Um die Zufriedenheit der Fahrgäste genauer unter die Lupe zu nehmen, hat die Naturparkregion zudem 600 Personen befragt. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer zeigten sich mit dem Heide Shuttle „sehr zufrieden“, 18 Prozent waren „zufrieden“. „Macht zusammen 97 Prozent. „Diese Zahlen können sich sehen lassen“, sagt Hilke Feddersen.

Angebote bleiben kostenfrei

Der Heide Shuttle bleibt – wie auch die anderen Touristenbusse in der Region – auch im kommenden Jahr kostenfrei. Zahlen und Ergebnisse für den Elb-Shuttle, ein Radwanderbus, der durch die Winsener Elbmarsch fährt, präsentiert der Landkreis Harburg demnächst.