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Sturm lässt Wasserstände in Lübeck und Travemünde steigen

Ein Spaziergänger blickt in Warnemünde am Strand auf die aufgewühlte Ostsee. Sturmböen der Stärken 7 bis 9 sorgen für ungemütliches Wetter und eine Sturmflut an der Küste.

Ein Spaziergänger blickt in Warnemünde am Strand auf die aufgewühlte Ostsee. Sturmböen der Stärken 7 bis 9 sorgen für ungemütliches Wetter und eine Sturmflut an der Küste.

Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Reedereien stellen Betrieb ein. Hohe Pegelstände an Ostsee, in Lübecker und Wismarer Bucht und im Greifswalder Bodden.

Lübeck. Das Sturmtief Gisela hat die Wasserstände an der Ostsee am Mittwochmittag deutlich steigen lassen. An der gesamten Küste stieg das Wasser bis 1,20 Meter über mittlerem Wasserstand. In der Lübecker und Wismarer Bucht und dem Greifswalder Bodden erwartete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sogar Wasserstände bis 1,40 Meter.

Die Bewohner der Lübecker Innenstadt und des Ostseebades Travemünde müssen mit der Überschwemmung von Straßen und Parkplätzen rechnen. Das Hochwasser werde voraussichtlich eine Höhe von 6,20 Metern erreichen. Der normale Wasserstand liegt laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt bei fünf Metern. Die Stadt rief am Morgen dazu auf, Autos aus den gefährdeten Bereichen zu entfernen.

Ostseeküste: BSH warnt vor Sturmflut

In Lübeck gab es Ende März eine Sturmflut mit 1,57 Metern über mittlerem Wasserstand. Damals trat das Wasser nach Polizeiangaben teilweise über die Ufer und überschwemmte Straßen.

Auch in Kiel sorgt der Oststurm für Hochwasser. Die Fährlinie zwischen Kiel und Holtenau habe ihren Betrieb bereits eingestellt, sagte eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft am Mittwoch. Auch die Fördetörn genannte Hafenrundfahrt falle wegen des Hochwassers am Mittwoch aus. In der Kieler Bucht sowie westlich und östlich von Rügen sei mit bis zu 1,20 Metern über mittlerem Wasserstand zu rechnen, im kleinen Haff mit bis zu 0,85 Metern.

Stralsund: Reedereien stellten ihren Fährbetrieb ein

Teile des Stralsunder Hafens standen bereits unter Wasser. „Der Pegel steigt etwa alle zehn Minuten um einen Zentimeter an“, sagte ein Sprecher der Stadt. Am Vormittag stand das Wasser knapp einen Meter über Normal, 20 Zentimeter wurden noch erwartet. Medienberichten zufolge reichte es in Lauterbach auf Rügen bis an die Kaioberkante. In Ueckermünde stieg der Pegel der Uecker an.

Reedereien stellten ihren Fährbetrieb ein, so zwischen Stralsund sowie Schaprode auf Rügen zur Insel Hiddensee. Die Oderhaff Reederei Peters, die von Ueckermünde zur Insel Usedom und nach Stettin fährt, ließ laut ihrer Internetseite alle Schiffsfahrten ausfallen. Die Schweden-Schnellfähre von Sassnitz-Mukran nach Ystad wurde der Reederei FRS Königslinjen zufolge für Donnerstag abgesagt, am Mittwoch fuhr sie fahrplanmäßig nicht. Die Fähren von Stena Line aus Rostock fuhren.

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Sturmfluten an der deutschen Ostseeküste werden in vier Klassen eingeteilt: Als „Sturmflut“ gilt ein Wasserstand von 1,00-1,25 Meter über mittlerem Wasserstand, als „mittlere Sturmflut“ 1,25-1,50 Meter, als „schwere Sturmflut“ 1,50-2,00 Meter und als „sehr schwere Sturmflut“ mehr als 2,00 Meter über mittlerem Wasserstand.