Nordseeinsel

Küstenschutz: Sylt ist für die Winterstürme gut gerüstet

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Foto: dpa

Jedes Jahr nagen Nordseestürme an der Insel. Strände wurden mit rund 4,6 Millionen Kubikmeter Sand aufgeschüttet.

Kiel. Die Sandaufspülungen auf Sylt sind vor der Sturmflutsaison fertiggestellt. Der für 2017 bis 2020 erteilte Auftrag an eine dänische Firma wurde am Donnerstag mit der technischen Abnahme von Umwelt- und Küstenschutzminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) abgeschlossen, wie das Ministerium mitteilte. „Sylt ist für die Winterstürme gut gerüstet“, sagte Albrecht.

Wegen der starken Sandverluste bei den Sturmfluten im Februar 2020 wurden in diesem Jahr bis September 2,0 Millionen Kubikmeter Sand auf sechs Strandabschnitte gespült: List Nord, List Süd, Kampen, Sansibar, Bunker Hill, Hörnum. Vor Wenningstedt, Westerland und Dikjendeel wurden zudem 0,6 Millionen Kubikmeter Sand etwa 400 Meter vor dem Ufer eingebracht, um das dort natürlich bestehende Sandriff zu verstärken.

Rund 4,6 Millionen Kubikmeter Sand für Sylts Strände

Insgesamt erhielten Sylts Strände von 2017 bis 2020 rund 4,6 Millionen Kubikmeter Sand, 1,8 Millionen Kubikmeter gingen auf das vorgelagerte Sandriff. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 wurden 3,5 Millionen Kubikmeter benötigt, 2001 waren es „nur“ 1,7 Millionen Kubikmeter und damit weniger als die Hälfte.

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„Die Verstärkung der vorgelagerten Sandriffe mindert die Energie der Wellen bei Sturmfluten wirkungsvoll und verringert somit Sandverluste am Strand“, erklärte Albrecht. Der Umweltminister besuchte auch die Baustelle der Uferwand in Westerland. Hier werden die Arbeiten bis Ende Oktober dauern, die Sturmflutsicherheit ist aber laut Ministerium bereits gegeben. Die exponierten Häuser der Stadt Westerland sind durch eine knapp 700 Meter lange Ufermauer geschützt, die 1912 erbaut wurde. Vor sie werden Fertigteile aus Stahlbeton gesetzt, die sie zu einer modernen Uferwand verstärken. 160 Meter waren bereits in vergangenen Jahren instandgesetzt worden, in diesem Jahr kommt ein 150 Meter langer Abschnitt vor der Musikmuschel hinzu. 2023 soll die Uferwand fertig sein.

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Sandaufspülungen kosteten etwa 37 Millionen Euro

Die Sandaufspülungen von 2017 bis 2020 kosteten etwa 37 Millionen Euro. In diesem Jahr wurden rund 15 Millionen Euro ausgegeben. Die Verstärkung der gesamten Uferwand kostet rund zehn Millionen Euro. Die Gelder stammen von der EU, dem Bund und dem Land.

Wissenswertes über Sylt

  • Sylt ist mit einer Fläche von 99,14 km Deutschlands viertgrößte Insel und die größte deutsche Nordseeinsel
  • Die Insel ist durch den mehr als elf Kilometer langen Hindenburgdamm seit 1927 mit dem Festland verbunden
  • Sylt ist 38 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle nur 320 Meter breit
  • Die Hin- und Rückfahrt mit dem Autozug von Niebüll nach Westerland und zurück kostet derzeit knapp 100 Euro
  • Eine einfache Fahrt mit dem Regionalzug von Hamburg-Altona nach Westerland au Sylt kostet rund 32 Euro

1972 wurden erstmals Sandaufspülungen auf Sylt vorgenommen, seit 1985 erfolgen sie fast jährlich. Für die Jahre 2021 bis 2024 wird zurzeit eine europaweite Ausschreibung über insgesamt fünf Millionen Kubikmeter vorbereitet. Drei Millionen sind für die Strände, eine Million für Riffaufspülungen und zusätzlich eine Million für die Sanierung des Küstenvorfelds bei Hörnum vorgesehen. Der Auftrag soll Anfang 2021 erteilt werden.

Riffaufspülungen sind laut Ministerium kostengünstiger als Strandaufspülungen. Riffaufspülungen können Strandaufspülungen aber nicht ersetzen, weil diese zum Aufbau von Vordünen als Puffer für extreme Sturmfluten erforderlich sind.

( dpa )