Hochwasser

Lauenburg in der Elbe

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Timo Jann

Hochwasser: Teile der Altstadt stehen bis zu 70 Zentimeter unter Wasser - Verwirrung um Prognosen

Sandsäcke und Folien konnten die Wassermassen nicht komplett abhalten. Bei einem Pegelstand von 9,60 Metern gestern Nachmittag wurde deutlich, welche Kraft das Hochwasser hat.

"Wir haben ein Loch im Pflaster gegenüber vom Hotel Möller ausfindig gemacht, das wir jetzt mit Sandsäcken zu stopfen versuchen", sagte Torben Heuer, Zugführer bei Lauenburgs Feuerwehr und Abschnittsleiter für einen Teil der Elbstraße. In wasserdichten Überlebensanzügen schleppten seine Kameraden die Sandsäcke durch das fast 70 Zentimeter hoch stehende Wasser und stopften das Loch im Boden so gut es ging. "Das hatten wir 2011 auch, da müssen wir hinterher, wenn das Wasser wieder weg ist, mal gucken, was die Ursache ist", so Torben Heuer.

Wann das der Fall ist, ist weiterhin unklar. Denn alle den Lauenburgern bekannten Wasserstände wurden bereits übertroffen, nur der historische Rekord von 1855 (9,89 Meter) wurde noch nicht erreicht.

Am Montagabend löste die Hochwasservorhersagezentrale der Elbanrainer in Magdeburg ein Chaos in Lauenburg aus. Plötzlich sollte die Flut Donnerstag ihren Höchststand mit "nur" 9,30 Metern erreichen. Dabei war dieser Wasserstand bereits am Montagmittag erreicht. Nun lief die Flut auf den bisher zweithöchsten Stand in der Stadtgeschichte auf, erst in der kommenden Woche wird es wohl eine deutliche Entspannung der Lage geben.

"Das mit den Prognosen geht so gar nicht mehr. Wir können uns darauf nicht mehr verlassen, das ist schlimm", sagt Feuerwehrchef Lars Heuer. Die Technische Einsatzleitung nutzt jetzt einen schwimmenden Pegel des THW, erhält darüber aber nur Ist-Werte, keine Prognosen. Heuer hatte in der Nacht noch einen zweiten Versuch mit den Hochleistungspumpen gestartet. Doch die Einsatzkräfte hatten keine Chance. "Wir mussten das Vorhaben aufgeben, die ganze Elbstraße konnten wir nicht retten", so Heuer.

Seit mehr als einer Woche arbeiten zeitweise mehr als 1000 Helfer an der Verteidigung der Stadt. Insgesamt bisher mit beachtlichem Erfolg.

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