Umstrittenes Projekt

Steller Gemeinderat gibt grünes Licht für Aldi-Logistiklager

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Lena Thiele
Der BUND in Stelle protestiert gegen das geplante Aldi-Logustiklager.

Der BUND in Stelle protestiert gegen das geplante Aldi-Logustiklager.

Foto: BUND

Zwei Jahre Bauzeit sind für das 42.400 Quadratmeter große Gebäude veranschlagt. Doch das Projekt bleibt umstritten.

Stelle. Der Bau eines neuen Aldi-Logistiklagers in Stelle ist einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Der Gemeinderat hat am Mittwoch mit deutlicher Mehrheit den erforderlichen Bebauungsplan verabschiedet. Das Gremium entschied mit 19 Jastimmen, die Voraussetzungen für das Bauvorhaben zu schaffen. Vier Ratsmitglieder stimmten dagegen.

Aldi plant den Neubau eines Logistikzentrums auf einem 17 Hektar großen Grundstück an der Harburger Straße. Die Bauzeit für das Gebäude mit einer Größe von 42.500 Quadratmetern beträgt dem Unternehmen zufolge etwa zwei Jahre. Das Projekt ist umstritten, seine Gegner befürchten Nachteile für die Umwelt, eine hohe Verkehrsbelastung und den Verlust eines historischen Hügelgrabs.

Voraussetzung für den geplanten Neubau auf der gewerblichen Entwicklungsfläche Fachenfelde-Süd ist ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan. Dieser ist auf das konkrete Bauvorhaben von Aldi abgestimmt und sichert zugleich, dass ausschließlich das derzeit geplante Vorhaben dort erlaubt ist.

Aldi kann Bauantrag für Logistiklager stellen

Zudem haben die Gemeinde und das Unternehmen vor dem Satzungsbeschluss einen Durchführungsvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag regelt die konkrete Umsetzung des Vorhabens. Sollte Aldi das Logistiklager erweitern wollen, wäre ein Änderungsverfahren und ein neuer Durchführungsvertrag notwendig.

„Wir bleiben mit Aldi im Gespräch“, sagt Uwe Gundlach, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt bei der Gemeinde. Im nächsten Schritt kann Aldi nun eine Bauantrag beim Landkreis Harburg stellen.

Kritiker kritisieren Eingriff in Natur

Kritiker des Bauprojekts befürchten massive Nachteile für die Umwelt und das Leben der Anwohner im Umfeld des Neubaus, unter anderem durch Eingriffe in die Natur und zusätzlichen Verkehr. Die Steller Ortsgruppe des BUND spricht sogar von „katastrophalen Auswirkungen der Großbaustelle auf die Steller Wohn- und Umweltqualität“. Sie hat im Zuge der öffentlichen Auslegungen zahlreiche Einwendungen gegen das Projekt vorgebracht.

Die Gemeinde Seevetal hatte Bedenken geäußert, dass der Neubau zu einer zusätzlichen Verkehrsbelastung im Bereich des schon heute stark beanspruchten Autobahnanschlusses Maschen führt. Auf Grundlage einer Resolution des Rats setzt sie sich dafür ein, die Errichtung des Logistikzentrums so lange auszusetzen, bis eine verlässliche und tragfähige verkehrliche Lösung entwickelt ist. Diese sollte auch weitere Entwicklungsmöglichkeiten in den Gemeinden Stelle und Seevetal sicherstellen.