Nordsee

Krabbenfischer wollen nach "größter Krise" wieder auslaufen

Ab 19. August wollen die Krabbenfischer in der Nordsee wieder ihre Fangnetze auswerfen (Archiv).

Ab 19. August wollen die Krabbenfischer in der Nordsee wieder ihre Fangnetze auswerfen (Archiv).

Foto: Imago/Martin Bäuml Fotodesign

Großhändler hatten wegen übervoller Kühllager wochenlang keine Krabben mehr abgenommen. Fischer-Chef zeichnet düsteres Bild.

Greetsiel/Büsum. Nach drei Wochen Zwangspause wollen die Krabbenfischer an der Nordseeküste am Montag wieder zu Fangreisen auslaufen. Zuvor hatten die Großhändler den Fischern wochenlang keine Krabben abgenommen. Grund waren große Fangmengen im vergangenen Herbst, die für randvolle Tiefkühllager bei den Großhändlern gesorgt hatten.

Sinkende Preise und der Abnahmestopp ließen daraufhin die Einkommen der Fischer wegbrechen. "Das ist wahrscheinlich die größte Krise, die ich in meinem Leben mitgemacht habe", sagte Geschäftsführer Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer (EZDK) in Cuxhaven.

Rekordpreise an den Landungsbrücken

Mit den Launen der Natur schwankt auch der jährliche Bestand der Nordseegarnele sehr stark. Vor zwei Jahren hatten sich dorschartige Wittlinge stark vermehrt und den damals geringen Bestand junger Garnelen drastisch dezimiert. Verbraucher mussten in der Folge sehr hohe Preise für ein Krabbenbrötchen bezahlen.

Bis zu 11,50 Euro wurden dafür etwa 2017 an den Hamburger Landungsbrücken fällig. Und im ostfriesischen Greetsiel nahmen Gastronomen Krabbengerichte sogar von der Speisekarte, weil sie zu teuer für Touristen waren.

Preissturz bedroht Krabbenfischer

Gänzlich anders verlief die Saison 2018: Die 500 Krabbenfischer von den dänischen bis zu den belgischen Revieren landeten von Juni bis zum Spätherbst große Fangmengen an, bis die Lager voll waren. "Das war ein extrem starker Bestand, damit hatte niemand gerechnet“, sagte Fischereiberater Philipp Oberdörffer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg.

Doch als Ergebnis purzelten die Preise von satten 12 Euro pro Kilogramm auf knapp 3 Euro. "Das ist nicht mehr auskömmlich, denn die Betriebskosten für die Schiffe, Versicherungen, Hafengebühren und Lohnkosten laufen ja weiter“, sagte Sander. Ein dickes Finanzpolster sei auch nicht vorhanden, um die Einkommensverluste durch die Zwangspause zu überbrücken.