Umweltauswirkungen

Forscher untersuchen Krabbenfischerei

Ein Nordsee-Kutter hat  zwischen List (Schleswig-Holstein) und der dänischen Insel Römö seine Netze ausgeworfen

Ein Nordsee-Kutter hat zwischen List (Schleswig-Holstein) und der dänischen Insel Römö seine Netze ausgeworfen

Foto: Carsten Rehder / dpa

Fischer arbeiten mit Grundschleppnetzen. Deutschland wird mit Dänemark verglichen, wo Krabbenfischen verboten ist.

Hannover/Kiel.  Die Umweltauswirkungen der Krabbenfischerei an der Nordseeküste sollen in einem vierjährigen Forschungsprojekt untersucht werden. „Bereits in dieser Woche starten die ersten Forschungsfahrten und Probenahmen im Wattenmeer, sagte die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Freitag.

Im Fokus der Untersuchungen steht, welche Folgen die Fangfahrten durch das schleswig-holsteinische, niedersächsische und hamburgische Wattenmeer für den Meeresboden und die dortigen Lebewesen haben. Die Betriebe nutzen Grundschleppnetze, sogenannten Baumkurren, die durch Rollen und Kufen ständigen Kontakt zum Meeresboden haben.

Vergleich mit Dänemark, wo Krabbenfischen verboten ist

Das Projekt wurde von den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen ins Leben gerufen. Für die Umsetzung zuständig sind das Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven, das Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft der Universität Hamburg und eine Forschungseinrichtung der Technischen Universität Dänemarks, wie eine Sprecherin des niedersächsischen Agrarministeriums sagte.

Die Projektbeteiligten wollen die Strukturen des Meeresbodens vergleichen mit Bereichen des dänischen Wattenmeeres, in denen die Krabbenfischerei seit mehreren Jahrzehnten verboten ist.

75 Prozent der Projektkosten zahlt Europa

Die Kosten des Projektes von rund 1,4 Millionen Euro werden zu 75 Prozent mit Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds bezahlt. Den Rest übernehmen Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu gleichen Teilen. Die Ergebnisse werden im Herbst 2022 erwartet.