Bilanz

Hitzewelle drückt Besucherzahlen in norddeutschen Zoos

Volles Haus in Hannover, aber nicht so viele Besucher wie sonst: Am Elefantengehege des Erlebnis-Zoos herrschte dennoch Gedränge

Volles Haus in Hannover, aber nicht so viele Besucher wie sonst: Am Elefantengehege des Erlebnis-Zoos herrschte dennoch Gedränge

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Super-Sommer 2018? Nicht unbedingt für die Zoos im Norden. Die Hitze haben die Tierparks bei den Besucherzahlen zu spüren bekommen.

Hannover.  Das trockene und heiße Sommerwetter hat sich negativ auf die niedersächsischen Zoos ausgewirkt. Die Besucherzahlen fielen in den vergangenen Wochen geringer aus als im Sommer 2017, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Obendrein hatten die Tierpfleger alle Hände voll damit zu tun, ihre Schützlinge mit Eisbomben und Duschen durch die Hitzeperiode zu bringen.

Drastisch die Entwicklung der Besucherzahl im Zoo Hannover: „Die Hitzeperiode hat uns besonders in den Sommerferien getroffen, so lag der Juli ca. 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel“, teilte der Zoo mit. Bereits im gesamten Vorjahr hatte der Zoo in der Landeshauptstadt ein Besucherminus hinnehmen müssen.

Fünf Prozent weniger Besucher am Meer

Der Bremerhavener Zoo am Meer registrierte bislang fünf Prozent weniger Besucher als im Vorjahr. Ähnlich das Bild im Vogelpark Walsrode: „Gerade zu Anfang der Hitzeperiode waren weniger Besucher da“, sagte Sprecherin Janina Ehrhardt. Vor allem im Juli sei es ruhiger gewesen, hieß es im Zoo Osnabrück. „Wir liegen leicht drunter“, sagte auch der Pyrmonter Parkleiter Linus Kampe. Er habe aber Schlimmeres befürchtet.

„Wir haben ein paar Tausend Besucher weniger als im letzten Jahr“, sagte Ina Deiting vom Tierpark Nordhorn. „Wir sind aber gar nicht unzufrieden. Wir haben eine sehr lange Feriensaison gehabt.“ Nordhorn profitiert von der Nähe zu Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden.Im Zoo Osnabrück trug das neue Format „Winterzauber“ mit Angeboten wie Eisstockschießen und Schlittschuhlaufen dazu bei, dass die Besucherzahlen zumindest im ersten Halbjahr positiv waren.

Auch für die Zoobewohner war dieser Sommer ungewöhnlich. „Es gab Eisbomben rauf und runter“, sagte die Bremerhavener Zoodirektorin Heike Kück. Im Robbenbecken landeten beispielsweise ausgediente, mit gefrorenem Fisch gefüllte Fußbälle. In vielen Gehegen gab es eine Dauerbenebelung mit Wasser, so bei den just zur Sommerzeit in der Mauser befindlichen und deshalb wenig schwimmfreudigen Pinguinen. „Die leiden dann schon“, sagt Kück. Die Schimpansen in Bremerhaven und anderswo freuten sich über gefrorenen Früchtetee. „Die lutschen regelrecht Eis“, sagt Ina Deiting.

Auch bei den Keas in Walsrode kamen die Eisbomben gut an. „Die konnten es gar nicht abwarten und hatten einen Riesenspaß damit“, sagte Janina Ehrhardt. Im Vogelpark genoss so mancher Papagei die von den Tierpflegern angebotene Dusche per Wasserschlauch.

Duschen war auch bei den Papageien, Tapiren und Elefanten in Osnabrück angesagt. In Bad Pyrmont zogen hitzeempfindliche Tiere wie Schneeeule oder Polarfuchs zeitweise in kühle Innenbereiche um. „Alle anderen Tiere wurden mit Wasser versorgt und besprenkelt.“ Zudem produzierten die Mitarbeiter unermüdlich Eisbomben.

Der Zoo am Meer hält vor allem nordische Tierarten. „Es ist aber nicht so, dass gerade unsere Tiere jegliche Sonne ablehnen“, sagte Kück. „Eisbären lieben die Sonne, die liegen auch platt in der Sonne.“

Manche Arten blühten in der Sommerhitze regelrecht auf, etwa die Faultiere in Nordhorn. „Man freut sich, dass so ein Faultier mal aktiver wird“, sagt Deiting. „Die können dann richtig fix werden.“