Warum Beeren so gesund sind

Ernährung: Die süßen Früchte schmecken gut, stärken die Abwehrkräfte und regen die Verdauung an

Die Sträucher biegen sich dieses Jahr unter der Last der reifen Beeren; auf den Wochenmärkten und in den Supermarktregalen versprechen Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren sowie rote und schwarze Johannisbeeren einen einzigartigen Genuß. "Diese Früchte sind nicht nur eine phantastische Bereicherung des Speisezettels während der fünf Sommermonate, sie sind vor allem auch gesund", sagt Silke Schwartau, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Beeren gelten von jeher und in allen Regionen der Erde als Nahrungs- und Heilpflanzen. Sie haben einen vergleichsweise hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, enthalten reichlich Ballaststoffe und eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Anthocyane. Diese Farbpigmente in gelben und orangefarbenen sowie roten und blauen Früchten fördern die Gesundheit.

"Die schwarze Johannisbeere ist die gesündeste", sagt Schwartau. Diese kugeligen Beeren, die sich mit einer Gabel leicht von den Stielen abstreifen lassen, enthalten dreimal soviel Vitamin C wie Zitronen vergleichbarer Menge. Sie bieten reichlich Vitamin E, sind gute Eisen-, Kalium- und Calciumspender. Johannisbeeren stärken deshalb das Immunsystem, kurbeln die Blutbildung an, fördern den Knochenaufbau und tun auch dem Kreislauf gut, so Schwartau. Auch die roten und weißen Varianten dieser Frucht sind gesund.

"Die lieblichen Himbeeren enthalten Mineralien wie Kalium, Eisen, Magnesium und Phosphor, die beispielsweise die Knochenbildung anregen. Mit ihren Säuren, den Gerbstoffen und dem Ballaststoff Pektin unterstützen sie die Verdauungsarbeit und helfen gegen Durchfall", weiß Schwartau. Auch ihre "Schwester", die Brombeere, fördert die Verdauung. Der Saft aus frischen Brombeeren lindert Halsschmerzen und Heiserkeit. In Norddeutschland gibt es noch regionale Obstsorten. "Lochness" lautet der Name einer Brombeere, "Tulameen" und "Schönemanns" heißen die Himbeeren.

Die Heidelbeeren sind "Vitamin-E-Bomben", so Schwartau, deshalb wirkten sie entzündungshemmend. Ihr blauer Farbstoff, das Anthocyan, fördert zusammen mit dem Vitamin C und Eisen die Blutbildung. "Heidelbeeren sollen sehr gut für Menschen sein, die unter Nachtblindheit leiden", so die Ernährungsberaterin.

Lange belegt ist auch die positive Wirkung von Erdbeeren. Schon vor 200 Jahren kurierte der Botaniker Karl von Linne seine Gicht mit diesen süßen Früchten. "Junge Mädchen und Schwangere sollten Erdbeeren essen, denn sie bieten viel Vitamin C und Folsäure."

Eine eher unerwartete Wirkung haben Stachelbeeren, die unter anderem Vitamin C, Silicium, Calcium, Kalium und Magnesium enthalten: Sie kräftigen Haare und Nägel.

Wer die Beerenpracht außerhalb der Saison genießen will, sollte die Früchte einfrieren. Dabei bleiben - im Vergleich zum Einkochen - mehr von den empfindlichen Inhaltsstoffen erhalten. Damit Erdbeeren und Himbeeren nicht aus der Form geraten, sollten sie einzeln auf einem Blech ausgelegt und ein bis zwei Stunden gefrostet werden, bevor sie in der Tiefkühltruhe landen.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.