Menschlich gesehen

Hamburgs Oberförster

Er ist Hamburgs Mann fürs Grüne: Dr. Rainer Wujciak leitet seit 1991 die Forstverwaltung, übernahm dann das Gebiet Öko-Landbau, später die gesamte Landwirtschaft und ist für Freizeitfischerei und Jagd zuständig. Vor 62 Jahren wuchs er in Goslar auf, mitten im Grünen, "meine Mutter nahm mich oft mit in den Wald". Er studierte Forstwirtschaft und kam nach der Referendarszeit nach Hamburg.

Als vor 25 Jahren die Diskussion übers Waldsterben begann, "war ich sehr betroffen", sagt der Wahlhamburger aus den Vier- und Marschlanden. "Im Studium haben wir gelernt, wie wir den Wald schützen, hegen, pflegen. All dies geriet durch den sauren Regen in Gefahr." Um mehr für den Wald zu tun als "nur" in seinem Job, führte der Forstexperte schon 1984 in seiner Freizeit Hamburger durch den Wald und erklärte ihnen die Schäden. So kennt er den Unterschied zu heute genau.

Der zweifache Vater (Sohn Moritz ist 26, Tochter Tina-Marie 19 Jahre) vermisst nur eines: Freizeit. Selten kommt der berufsmäßige Jäger und Hobbykoch dazu, in Hamburgs Wäldern auf die Jagd zu gehen. "Meinen letzten Hirsch habe ich vielleicht vor 15 Jahren erlegt." Und wenn er doch mal zum Schuss kommt, muss er die Jagdstrecke abgeben. Sie wird zugunsten der Staatskasse verkauft.

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