PISA: Osten holt auf, doch der Süden bleibt vorn

Die neuen Bundesländer holen beim jüngsten PISA-Test auf. Dies berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf den Bundesländervergleich des Tests 2006,

Die neuen Bundesländer holen beim jüngsten PISA-Test auf. Dies berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf den Bundesländervergleich des Tests 2006, der morgen offiziell von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellt werden soll. Vor allem im aktuellen Untersuchungsschwerpunkt Naturwissenschaften liegen die ostdeutschen Länder - allen voran Sachsen und Thüringen - im Schnitt vor den westdeutschen. In der Gesamtwertung bleiben aber Bayern und Baden-Württemberg weiter vorn. Am Süd-Nord-Gefälle hat sich demnach nichts geändert.

Die internationalen Ergebnisse des weltweit größten Schulleistungstests der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) waren bereits vor einem Jahr veröffentlicht worden. Für den innerdeutschen Ländervergleich wurden zusätzlich 57 000 Schüler im Alter von 15 Jahren an 1500 Schulen getestet.

Risikogruppe wächst Eine interne Analyse des Wissenschaftlichen Beirats von Ländern und Bund zur Qualitätssicherung in den Schulen hatte im Frühsommer 2008 festgestellt, dass die Risikogruppe unter den Schülern trotz der jüngsten Anstrengungen gegenüber der PISA-Studie 2003 in einer "nicht tolerablen Größenordnung" angewachsen sei. Das Papier warnte, dass bei Einführung der neuen Bildungsstandards "teilweise weit über 50 Prozent" der Hauptschüler die vereinbarten Mindestnormen nicht erreichen könnten. Stark betroffen werden voraussichtlich auch die Stadtstaaten sein.

Die Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marianne Demmer, riet zu einem "gelassenen und konstruktiven Umgang" mit der neuen Studie. Die Kultusminister hätten aus den bisherigen PISA-Studien falsche Konsequenzen gezogen: "Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur, immer mehr Tests, die Vernachlässigung der sogenannten Risikogruppe und die Verdrängung der Schulstrukturfrage - das alles bindet Kraft und Geld, die für grundlegende Schulreformen notwendig wären."

Geringerer IQ im Norden Eine Erklärung ganz anderer Art hat der Psychologe Heinz J. Ebenrett, früher Leiter des Psychologischen Dienstes der Bundeswehr. Gestützt auf jahrzehntelange Erfahrungen mit den Intelligenztests bei der Musterung vertritt er die These: Deutschlands helle Köpfe ballen sich im Süden, während im Norden "weit unterdurchschnittliche" bis durchschnittliche Werte erzielt werden. Ebenrett übertrug an sich geheime Daten, die durchschnittlichen IQ-Werte von 248 727 jungen Männern des Musterungsjahrgangs 1998, in eine Deutschlandkarte.