Astronomie: Der Sternenhimmel über Hamburg im März

Die Boten des Winters verblassen

Foto: Planetarium Hamburg

Der Blick in die funkelnde Unendlichkeit ist bis zum 18. März besonders vielversprechend - in der Zeit sind die Nächte weitgehend ungestört vom Mondlicht.

Der März markiert den Übergang vom Winter zum Frühling. Die Zeit zur Beobachtung der Sterne wird nun deutlich kürzer. Genau am 20. März um 18 Uhr 32 überschreitet die Sonne die Ebene des Erdäquators nordwärts. Damit beginnt auf der Nordhalbkugel der Frühling. Die Sonne steht danach bei uns länger über als unter dem Horizont. Auch das Mondlicht schränkt unsere Sternensicht weiter ein: Bis zum 4. März geht der abnehmende Mond noch vor Mitternacht auf, und nach dem Neumond am 15. März erhellt der zunehmende Mond in der zweiten Monatshälfte den Abendhimmel immer stärker - bis schließlich am 29. März die helle Vollmondnacht erreicht ist.

Für unsere Exkursion in die Welt der Sterne sind daher die Abende zwischen dem 4. und 18. März besonders geeignet, denn sie sind ungestört durch Mondlicht.

Deutlich sind die Zeichen am Sternenhimmel, dass der Winter zu Ende geht. Die hellen Sterne des Winters sind nur noch in der ersten Nachthälfte gut sichtbar.

Der Himmelsjäger Orion, das zentrale Sternbild des Winters, durchwandert bereits am frühen Abend die Himmelsmitte und rückt zum Westhorizont. Halbhoch über dem Orion stehen die Zwillingssterne Castor und Pollux, gleich "links" daneben der durch sein ruhiges Licht auffallende Planet Mars.

Mars bringt bereits um etwa 21 Uhr seine Höchststellung im Süden hinter sich und strebt dem Westhorizont zu. Seine Oppositionsperiode, in der er rückläufig immer näher an die Zwillingssterne heranrückte, geht zu Ende. Ab dem 11. März marschiert Mars im Sternbild Krebs wieder ostwärts Richtung Sternbild Löwe. Seine Helligkeit nimmt dabei ab. Wer übrigens unseren anderen Nachbarplaneten Venus sehen will, muss bereits kurz nach Sonnenuntergang Ausschau halten: Venus ist als heller "Abendstern" nur in der späten Abenddämmerung im Westen zu finden.

Das Frühlingssternbild Löwe zeigt sich im Süden. Halbhoch im Süden fällt es uns auf. Eine sichelförmige Sternanordnung markiert Kopf und Mähne dieses Tierkreissternbildes. Man kann sich die Sternensichel als "gespiegeltes Fragezeichen" einprägen. Hellster Stern im Löwen ist der bläulich funkelnde "Regulus", auch "Cor Leonis" genannt, also Herz des Löwen. Er ist 77 Lichtjahre entfernt, das bedeutet, wir sehen Licht, das er vor 77 Jahren von seiner glühend heißen Oberfläche abgestrahlt hat. Regulus galt schon den Babyloniern als einer der wichtigsten "Königssterne", denn dieser Stern liegt fast genau in der Ebene der Erdbahn um die Sonne, nahe der auch alle Planeten und der Mond ihre Bahnen ziehen. Regelmäßig passieren diese Wandergestirne den Regulus, so unser Mond am 26./27. März. Regulus steht am westlichen rechten Ende der Basis eines Sternentrapezes, das den Körper des Löwen markiert. Der Löwe ist neben der Jungfrau und dem Großen Bären das wichtigste Sternbild am Frühlingshimmel. Parallel zur Basis des Löwentrapezes steigt der Kasten des Großen Wagens Richtung Zenit. Die Figur des "Großen Wagens" ist kein eigenes Sternbild - es sind nur die hellsten Sterne des weiter ausgedehnten Sternbildes "Großer Bär".

Verlängern wir den Bogen der Wagendeichsel, führt er zum hellen, rötlichen Arktur im Bärenhüter. Der Sage nach treibt er den "Großen Bären" vor sich her. Ziehen wir den Deichselbogen über Arktur hinaus nach Südosten, treffen wir auf die Sterne der Jungfrau. Sie folgt dem Löwen im Tierkreis. Spica, der bläuliche, helle Hauptstern der Jungfrau, wird erst in der zweiten Nachthälfte auffallen.

Zwischen Spica am Südosthorizont und Regulus fällt uns ein weiteres Gestirn auf, das ein ruhiges gold-gelbes Licht zeigt. Es ist der berühmte Ringplanet Saturn im Sternbild Jungfrau. In der Nacht vom 21. auf den 22.März wird er von der Erde überholt, und so stehen sich dann Sonne und Saturn im Tierkreis genau gegenüber - Saturn geht bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht zu sehen.

Immerhin eine Stunde und elf Minuten benötigt das an Saturn reflektierte Sonnenlicht zur Erde - denn Saturn ist der fernste unter den freisichtigen Planeten. Er ist achteinhalbmal weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde. Saturn bleibt im März der einzige Riesenplanet, den wir sehen können. Sein "großer Bruder" Jupiter bleibt im Glanz der Sonne verborgen.