Pro arte: Meisterpianisten

Fest der Klavierkunst

Weltstars und Newcomer feiern in der Reihe "Meisterpianisten" in der neuen Saison den Komponisten Frédéric Chopin.

Ein "Fest der Klavierkunst" verspricht die Konzertdirektion Goette für die neue Saison: Von Martha Argerich bis Murray Perahia, vom Publikumsliebling Grigory Sokolov bis zum fulminanten Nikolai Tokarev spannt sich der Pianistenreigen. Aus Anlass des 200. Geburtstages von Frédéric Chopin im Jahr 2010 setzt die Saison einen Schwerpunkt auf seine Musik.

Wer wüsste dessen charakteristischen Ton besser zu treffen als seine Landsleute Rafal Blechacz und Krystian Zimerman? Beide haben im Abstand von 30 Jahren den renommierten Chopin-Wettbewerb in Warschau gewonnen. Wer hier siegt, hat es geschafft - Karrieren wie die von Maurizio Pollini, Martha Argerich und Krystian Zimerman zeigen das. Der junge Pole Rafal Blechacz hat gar mit gerade 20 Jahren die Konkurrenz in Warschau 2005 dermaßen deklassiert, dass kein zweiter Preis mehr vergeben wurde! Die Flut an Konzertanfragen, die nach diesem Sieg über Blechacz hereinbrach, hat den sensiblen Künstler dennoch nicht aus der Bahn geworfen. Bis heute berät er sich regelmäßig mit seinem Kollegen Zimerman, die Zahl seiner Auftritte begrenzt er streng. Blechacz' Hamburger Auftritt am 6. Oktober ist ein wahrhaft exklusives Ereignis.

Ähnlich rar wie Blechacz macht sich in den letzten Jahren dessen Mentor Zimerman. Wer auf den bedeutendsten Konzertpodien der Welt zu Hause ist, wer mit Dirigenten wie Karajan, Bernstein oder Abbado zusammengearbeitet hat, pflegt seine eigenen strengen Maßstäbe, wann es wieder einmal Zeit sei, ein neues Programm der kritischen Öffentlichkeit zu präsentieren. Dass Zimerman dies am 5. März in der Laeiszhalle ausgerechnet mit einem Chopin gewidmeten Soloabend tut, ist eine kleine Sensation.

Als Dritte im Bunde präsentiert dann am 7. April die junge deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott ihre Sicht auf Chopin. Die 21-Jährige ist am 11. Oktober bereits mit dem NDR Sinfonieorchester in Hamburg zu hören. Sie wurde wiederholt als viel versprechende Nachwuchskünstlerin ausgezeichnet und nimmt - wie Rafal Blechacz - seit 2008 exklusiv für die Deutsche Grammophon auf. Und wer weiß: Vielleicht hört man sie bald einmal in Warschau...