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Google stellt erste Pixel Watch und Pixel-7-Handys vor

| Lesedauer: 11 Minuten
Maik Henschke
Warum Smartwatches das Leben einfacher machen

Warum Smartwatches das Leben einfacher machen

Es ist noch gar nicht so lange her, da war eine Armbanduhr nur für die Uhrzeit zuständig. Doch mittlerweile gibt es mit "Smartwatches" die revolutionäre Erfindung. Smartwatches können alles was das Smartphone auch kann und ist zum alltäglichen Begleiter vieler Menschen geworden. Mehr dazu im Video.

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Mit dem Pixel 7, dem 7 Pro und der ersten Pixel Watch hat Google spannende neue Geräte vorgestellt. Was die Gadgets können und kosten.

Berlin. Zwei neue Smartphones und die erste hauseigene Smartwatch: Google hat am Donnerstag in New York (USA) und zeitgleich bei einem deutschen Produktevent in Berlin eine Reihe neuer Produkte vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei die beiden Smartphones Google Pixel 7 und 7 Pro als verbesserte Nachfolger der bisherigen Pixel-6-Modelle. Außerdem kündigte der US-Hersteller die Pixel Watch erstmals in allen Einzelheiten an – die erste selbst entwickelte Smartwatch des Konzerns. Die smarte Uhr mit kreisrundem Gehäuse kann neben Pixel-Handys auch mit Android-Smartphones anderer Hersteller genutzt werden.

Google Pixel 7 und 7 Pro: Das können die neuen Smartphones

Wie die Nachfolger der Pixel-6-Geräte aussehen werden, war kein Geheimnis mehr. Schon zur Entwicklerkonferenz Google I/O 2022 Mitte Mai hatte der Hersteller erste Bilder der jetzt erscheinenden Nachfolger gezeigt. Seit Donnerstag ist nun auch offiziell bekannt, welche Neuerungen in den Android-Handys stecken. Der erste Eindruck: Das Pixel 7 und Pixel 7 Pro dürften zu den spannendsten Smartphone-Neuheiten im zweiten Halbjahr zählen.

Beide Nachfolger-Smartphones behalten optisch ihren charakteristischen Pixel-Look, heißt: Eine glänzende Glasrückseite in je drei verschiedenen Farben sowie den breiten Kamerastreifen, der sichtbar aus dem Gehäuse herausragt. Neu ist: Der Kamerabalken ist nun jeweils aus Metall statt aus Glas – beim Pixel 7 in matter Optik und beim 7 Pro poliert. Das wirkt auf den ersten Blick hochwertiger als bei den Vorgängern.

Die Gehäusegröße beim 7 Pro bleibt bei 6,7 Zoll. Das Pixel 7 schrumpft minimal von 6,4 auf 6,3 Zoll und dürfte noch einen Tick kompakter als der Vorgänger in der Hand liegen. Noch kleiner ist nur das im Sommer gestartete Budget-Modell Pixel 6a. Beide Rahmen sind erneut aus Aluminium, jeweils passend zum Kamerabalken matt oder glänzend.

Die größten Unterschiede zwischen Pro und Nicht-Pro gibt es beim Display und der Kamera:

Bei den Bildschirmen kommen verbesserte OLED-Displays aus dem Hause Samsung zum Einsatz. Das 7 Pro bietet dabei erneut eine sehr hohe Quad-HD+-Auflösung mit 3120 x 1440 Pixel. Dazu kommt wie gehabt eine flüssige Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz, die sich je nach Inhalt nach unten auf 10 Hertz anpasst, um Strom zu sparen. Für mehr Akkulaufzeit lässt sich die Auflösung auch herunterregeln. Das günstigere Pixel 7 muss sich erneut mit einer Full-HD-Plus-Auflösung (1080 x 2400 Pixel) und maximal 90 Hertz begnügen. Beide sollen laut Google 25 Prozent mehr Spitzenhelligkeit ermöglichen als im Vorjahr.

Kameras der Pixel-7-Smartphones: Telezoom nur im Pro

Das Herzstück der Pixel-Geräte ist erneut die Kamera. Hier will Google an mehreren Punkten geschraubt haben. Das Pixel 7 Pro bietet mit drei Kamera-Objektiven erneut mehr Möglichkeiten als das Basismodell, das ohne Telezoom-Linse auskommen muss.

Das Pro-Modell besitzt eine Hauptkamera mit 50 Megapixel (MP) Auflösung. Bei Aufnahmen werden allerdings wie beim iPhone 14 Pro oder anderen Android-Herstellern je vier Pixel zu einem zusammengefasst, um mehr Licht einzufangen. Bilder werden in 12,5 MP ausgegeben. Die Auflösung ermöglicht in der Kamera-App erstmals auch eine 2-fache Vergrößerung. Die Ultraweitwinkel-Kamera (12 Megapixel) besitzt jetzt einen Autofokus.

Besserung verspricht Google bei der Telezoom-Linse (48 MP). Sie kann dank 5-fach optischem Zoom (Vorgänger: 4-fach) etwas näher an Objekte heranzoomen, ohne an Qualität einzubüßen. Ausschnitte aus diesem 5-fach optischen Zoom sollen nun sogar gute Bilder bei 10-facher Vergrößerung möglich machen. Ein Makro-Modus soll Nahaufnahmen verschönern.

Nutzt man darüber hinaus den sogenannten hybriden Zoom aus optischer und digitaler Vergrößerung, sind laut Google sogar Aufnahmen mit 30-facher Vergrößerung mit wenig Rauschen möglich. Der Hersteller spricht hier von „Super Res Zoom“. Das Ergebnis bleibt abzuwarten, denn in der Regel wirken Fotos anderer Smartphones bei dieser Zoomstufe schon sehr verwaschen. Bilder im Nachtmodus sollen mit dem Pixel 7 Pro nochmals besser aussehen und beim Druck auf den Auslöser doppelt so schnell wie bisher aufgenommen werden. Unterschiedliche Hauttöne sollen noch natürlicher abgebildet werden.

Pixel-7-Modelle: Frontkamera mit Gesichtserkennung

Die laut Google verbesserte Frontkamera (10,8 Megapixel) unterstützt 4K-Videoaufnahmen und erhält nun neben Selfies und Videotelefonie eine weitere praktische Funktion: Denn entsperren lassen sich die Geräte künftig auch per Gesichtserkennung durch die Frontkamera. Anders als bei iPhones kommt hier aber nicht die recht sichere 3D-Tiefenerkennung des Gesichts zum Einsatz, sondern die Bilderkennung der künstlichen Intelligenz (KI). Wie zuverlässig und sicher das funktioniert, wird sich zeigen müssen.

Videoaufnahmen sind mit einer maximalen Auflösung von 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und einem Dynamikumfang von 10 Bit HDR möglich. Neu ist ein verbesserter Stativ-Modus, der bei Videoaufnahmen aus der Bewegung heraus verwackelte Filme effizienter verhindern soll. Außerdem kommt ein Kinomodus hinzu, mit dem man gezielt mit der Unschärfe in Videos spielen kann.

Dem Basismodell Pixel 7 fehlt neben der Telezoom-Linse sowohl der Autofokus als auch die Möglichkeit der Makro-Nahaufnahmen. Zudem ist mit hoher Auflösung bei 8-fach hybridem Zoom Schluss.

Beide Pixel-7-Modelle erhalten als Prozessor die zweite Generation des Google-eigenen Tensor-Chips. Dieser soll wie gehabt stark zur Bildqualität beitragen und bringt neben allerlei KI-Fähigkeiten auch eine Reihe an Sicherheitsfunktionen mit. Unterstützt wird er durch 12 Gigabyte (GB) im Pro-Modell oder 8 GB RAM (Basismodell) Arbeitsspeicher. Beide Geräte sind nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Der Hersteller verspricht für das Duo mindestens einen vollen Tag Akkulaufzeit. Im Stromsparmodus sollen bis zu 72 Stunden Laufzeit möglich sein. Beide lassen sich auch drahtlos laden.

Die Pixel-Geräte sind die ersten Smartphones, die vom Start weg Android 13 erhalten. Google verspricht Käufern fünf Jahre Sicherheitsupdates.

Google Pixel 7 Pro (Pixel 7) im Überblick

  • Display: 6,7 Zoll mit 120 Hertz (6,3 Zoll mit 90 Hertz)
  • Arbeitsspeicher: 12 GB RAM (8 GB RAM)
  • Rückkamera: 3-fach inkl. Telezoom (2-fach)
  • Frontkamera: 10,8 MP
  • Prozessor: Google Tensor (2. Generation)
  • Android 13
  • Farben: Weiß (Snow), Schwarz (Obsidian) sowie Graugrün (Hazel) bzw. beim Pixel 7 Gelb (Lemongrass)

Google Pixel 7 und 7 Pro: Preise und Verfügbarkeiten

Die Preise belässt Google im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Das Basismodell Pixel 7 kostet 649 Euro in der Version mit 128 GB internem Speicher. Das Topmodell Pixel 7 Pro kostet erneut 899 Euro mit 128 GB internem Speicher oder 999 Euro mit 256 GB. Beide Geräte können ab sofort vorbestellt werden und sind ab dem 13. Oktober im Handel erhältlich.

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Google hat für beide Smartphones eine Vorbestell-Aktion angekündigt: Wer bis 17. Oktober das Pro-Modell ordert, soll nach Wahl eine Pixel Watch LTE (siehe unten) oder Googles Drahtlos-Kopfhörer Pixel Buds Pro (Wert: 219 Euro) kostenlos dazu erhalten können. Bei Vorbestellung des Pixel 7 sind die Pixel Buds Pro als Dreingabe auswählbar.

Wie sich Pixel 7 und 7 Pro im Alltag schlagen und wo vor allem die Kamera Fortschritte macht, wird erst der Praxistest zeigen.

Google Pixel Watch: So tickt die runde Android-Smartwatch

Neben den Pixel-Smartphones hat Google die Pixel Watch vorgestellt. Googles erste hauseigene Smartwatch besitzt wie Samsungs smarte Uhren und im Gegensatz zur Apple Watch ein kreisrundes Gehäuse aus Edelstahl mit 41 Millimeter Durchmesser. Das Deckglas aus kratzfestem Gorilla Glass 5 ist nicht flach, sondern leicht gewölbt (12,3 Millimeter Höhe). An der rechten Seite befindet sich für die Steuerung eine drehbare digitale Krone und eine Seitentaste. Die Displayanzeige bleibt auf Wunsch durchgehend angeschaltet. Neben zahlreicher Zifferblätter lassen sich auch eigenen Fotos als Hintergrund einstellen.

Grundsätzlich beherrscht die 36 Gramm leichte Pixel Watch zunächst alles Wichtige, was aktuelle Smartwatches können müssen: Darunter Nachrichten und Mails lesen und beantworten, Kalender- und Wetterfunktion, Musiksteuerung, Navigation, Sprachsteuerung und einiges mehr. Darüber hinaus lassen sich über den Google Play Store zahlreiche Drittanbieter-Apps auf die smarte Uhr laden.

Die Pixel Watch soll außerdem eine Reihe bekannter Gesundheitsfunktionen mitbringen. Google arbeitet hier eng mit dem konzerneigenen Fitnessuhren-Hersteller Fitbit zusammen. Neben einer andauernden Herzfrequenzmessung sind auch EKG, Messung der Sauerstoffsättigung und Schlafüberwachung vorgesehen. Dazu kommen ein Schritt- und Kalorienzähler und Trainingsmodi für 40 unterschiedliche Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Die Pixel Watch soll bis 50 Meter Tiefe wassergeschützt sein.

Google stellt umfangreichere Fitness- und Analysefunktionen in Aussicht, wenn man ein kostenpflichtiges Fitbit-Premium-Abo abschließt. Käufer der Uhr erhalten hier sechs Monate gratis. Wie viele sinnvolle Funktionen kostenlos nutzbar sind, wird ein Test zeigen.

Das Bezahlen unterwegs mit Google Pay und das Speichern von Eintrittskarten und Flugtickets per digitaler Geldbörse Google Wallet soll genauso möglich sein wie das Steuern eigener Smarthome-Geräte am Handgelenk. Ab Winter soll eine Unfallerkennung dazukommen, bei der im Fall der Fälle automatisch wichtige Kontakte oder der Notruf benachrichtigt werden. Der Akku ist 294 Milliamperestunden groß und soll bis zu 24 Stunden durchhalten. Geladen wird die Uhr über ein magnetisches USB-C-Ladekabel. In 30 Minuten soll die zur Hälfte gefüllt sein.

Für schnelles Arbeitstempo sollen gleich zwei Prozessor-Chips parallel sorgen. Dazu kommen 2 GB RAM Arbeitsspeicher. 32 GB interner Speicher steht zur Verfügung.

Als Betriebssystem kommt das mit Samsung gemeinsam entwickelte Wear OS 3.5 zum Einsatz, das auch auf Samsungs Smartwatches läuft. Die Pixel Watch soll mit Smartphones zusammenarbeiten, die mit Android 8 oder höher laufen.

Google Pixel Watch: Preise und Verfügbarkeiten

Die Pixel Watch ist in drei Gehäusefarben erhältlich: Schwarz, Silber und Gold. Die günstigere Wifi-Variante kostet 379 Euro inklusive Sportarmband aus Kunststoff. Das Modell mit LTE-Mobilfunkempfang ist für 429 Euro erhältlich. Vorbestellung und Auslieferung soll zeitgleich zu den Pixel-Smartphones erfolgen. Zudem hatt Google eine Palette an passenden Armbändern verschiedener Materialien und Farben angekündigt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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