Urlaub

Italien bereitet Tourismus vor – und wirbt um Deutsche

Italien will Grenzen ab 3. Juni wieder für Touristen aus der EU öffnen

Italien will seine Grenzen ab dem 3. Juni wieder für Touristen aus der EU öffnen. Damit will die Regierung den wegen der Coronavirus-Pandemie zum Stillstand gekommenen Tourismus wieder ankurbeln.

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Die Corona-Pandemie traf Italien schon früh mit voller Wucht. Jetzt könnte das Land als eines der ersten wieder Touristen empfangen.

Berlin. 
  • Italien will ab 3. Juni wieder Urlauber aus der EU empfangen
  • Einreise über Österreich und Schweiz vorerst kompliziert
  • Welche Corona-Beschränkungen in Italien gelten

Italien gilt als das Sehnsuchtsland der Deutschen. Pizza essen neben dem schiefen Turm von Pisa, das Kolosseum in Rom bewundern oder Eis schlecken an den zahlreichen Sandstränden Siziliens. Über neun Prozent aller deutschen Touristen reisten 2019 auf der Suche nach dem Dolce Vita nach Italien. Das wird im Ausland laut der Statistiken-Datenbank Statista nur von Spanien mit den Balearen übertroffen.

Italien ist aber auch eines der Länder, die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen wurden. Rund 33.000 Menschen sind laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (Stand: 27. Mai) an Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit verzeichnen nur Großbritannien und die USA mehr Corona-Tote. Mittlerweile geht die Zahl der täglichen Neuinfektionen aber auch in Italien zurück und die italienische Regierung will schnellstmöglich wieder Tourismus ermöglichen.

Der Druck der Branche ist groß – unabhängig davon, dass die EU dem gebeutelten Mittelmeerland laut der Nachrichtenagentur AFP 173 von insgesamt 750 Milliarden Euro an Hilfsgeldern zum Wiederaufbau zukommen lassen will. Der Tourismus zeichnet sich für gut 13 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Italiens verantwortlich. Wie sieht es also aus mit dem Sommerurlaub in Italien?

Kann ich aktuell in Italien Urlaub machen?

Noch lautet die Antwort darauf: nein. Die Einreise nach Italien aus touristischen Gründen ist derzeit nicht möglich. Das ändert sich jedoch ab dem 3. Juni. Ab diesem Tag werden die Grenzen für Touristen aus der EU und dem Schengen-Raum geöffnet. Dann soll auch die verpflichtende 14-tägige Quarantäne bei der Einreise entfallen.

Das Auswärtige Amt rät jedoch weiterhin von einer Reise ins Ausland ab. Ab dem 15. Juni könnte laut Außenminister Heiko Maas die allgemeine Reisewarnung durch einzelne Reisehinweise ersetzt werden. Reisehinweise klären über die jeweiligen Risiken des Landes auf, raten aber nicht prinzipiell von einer Reise ab.

Südtirol buhlt indes schon wieder kräftig um Urlauber vor allem aus Bayern. Landeshauptmann Arno Kompatscher will Touristen sogar Gratis-Corona-Tests anbieten. Die Regionen Venetien oder Sardinien werben damit „Covid-free“ zu sein – soll heißen, dass die Lage im Griff ist, obwohl es natürlich auch dort Infektionen gab. Mit Abstand die allermeisten Fälle hat die Lombardei.

Welche Corona-Beschränkungen gelten in Italien?

In Italien gibt es eine Mundschutzpflicht – sie gilt in allen geschlossenen Räumen, im öffentlichen Nahverkehr und auch für Aktivitäten, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Pflicht. Reisen ist auch zwischen den einzelnen Regionen Italiens ohne triftigen Grund verboten.

Innerhalb ihrer Region dürfen Italiener Freunde und Gottesdienste besuchen. Größere Versammlungen sind aber weiterhin verboten. Schulen und Kitas sollen bis mindestens September geschlossen bleiben.

Wie komme ich nach Italien?

Per Auto gestaltet sich der Weg zur italienischen Grenze schwierig. Die Durchfahrt durch die Schweiz ist laut dem Auswärtigen Amt nur zum Erreichen des Wohnorts erlaubt. Behörden fordern entsprechende Nachweise ein.

Österreich erlaubt die Durchreise nach Italien und auch Südtirol. Jedoch nur, wenn kein Zwischenstopp eingelegt wird und die Ausreise aus Österreich gesichert ist. Nach Italien ist dies für Touristen bis zum 3. Juni nicht der Fall.

Zudem ist der Grenzübertritt von Österreich nach Italien aktuell nur an wenigen Stellen möglich. Dazu gehören laut dem österreichischen Außenministerium die Autobahn-Grenzübergänge Brenner und Tarvis und die Bundesstraßen-Grenzübergänge Thörl-Maglern, Sillian, Reschenpass, Brenner.

Es könnte auch noch eine Weile dauern, bis die Grenzen zwischen Österreich und Italien wieder normal öffnen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte am 15. Mai, dass es dafür noch „keine Perspektiven“ gebe.

Kann ich nach Italien fliegen?

Der Flugverkehr von Deutschland nach Italien ist stark reduziert. Zudem gilt auch hier: Wer als Tourist nach Italien fliegen will, hat wegen des Einreiseverbots aktuell keine Chance das Land zu betreten. Die EU-Kommission hat Vorschläge unterbreitet, wie der Flugverkehr nach erfolgten Grenzöffnungen wieder aufgenommen werden könnte.

Danach soll die Maskenpflicht auch für Flughäfen und Flugzeuge gelten. Außerdem soll die Luftfilterung der Klimaanlagen in den Flugzeugen dem Standard in Krankenhäusern entsprechen.

Haben Hotels in Italien geöffnet?

Laut Dekret des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte vom 10. April haben Hotels und andere Beherbergungsbetriebe zwar geöffnet – aber eben nicht für Touristen. Das dürfte sich jedoch mit der Öffnung der Grenzen am 3. Juni ebenfalls ändern. Einen offiziellen Öffnungstermin gibt es allerdings nicht. Einzige Ausnahme: Südtirol. Dort ist die autonome Landesregierung vorangeprescht und hat eine Öffnung der Hotels zu touristischen Zwecken für den 25. Mai angekündigt.

Was hat in Italien geöffnet?

Seit dem 18. Mai dürfen in Italien wieder Restaurants, Bars und Museen öffnen. Mit dem Petersdom in Rom empfängt auch einer der größten touristischen Hotspots Italiens wieder Besucher. Die Vatikanischen Museen können ab dem 1. Juni wieder besichtigt werden.

Auch die Strände haben wieder geöffnet, jedoch nicht im normalen Betrieb – sondern unter „Corona-Bedingungen“: An allen italienischen Stränden gilt ein Regelkatalog, in dem unter anderem der genaue Abstand zwischen den Sonnenschirmen festgelegt ist. Jeder Schirm muss demnach zehn Quadratmeter Platz um sich haben. Wachen sollen die Einhaltung der Regeln kontrollieren.

(yah/jas/dpa/afp)