Helmut Schmidt: Pegida appelliert an dumpfe Vorurteile

Berlin/Hamburg. Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, darunter die Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD), haben sich mit Blick auf die Pegida-Bewegung in einem Appell gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz ausgesprochen. Schmidt sagte der „Bild“-Zeitung: „Deutschland muss weltoffen und tolerant bleiben. Darum ein deutliches Nein zu Pegida!“ Die Proteste appellierten an dumpfe Vorurteile, an Fremdenhass und Intoleranz. Schmidt: „Der Blick in unsere Geschichte und der wirtschaftliche Verstand sagen uns: Deutschland darf Flüchtlinge und Asylbewerber nicht verstoßen.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will sich am kommenden Montag an der Gegenveranstaltung zur Pegida-Demonstration in Hannover beteiligen. „Wenn es aus Niedersachsen deutliche Signale gegen Pegida gibt, freut mich das. Bei einer Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung bin ich gerne auch selbst dabei“, sagte er.

Die anti-islamische Pegida-Bewegung stößt bundesweit auf wachsenden Widerstand, bekommt aber in Dresden immer mehr Zulauf. Hier demonstrierten am Montagabend laut Polizei rund 18.000 Anhänger gegen eine angebliche „Überfremdung“ – so viele wie nie zuvor. In zahlreichen Städten gingen aber mehrere Zehntausend Menschen für ein weltoffenes Deutschland auf die Straße. In Köln sorgten Tausende Menschen für den Abbruch eines Pegida-Zuges. Aus Protest wurde der weltberühmte Dom verdunkelt. Unter dem Motto „Tolerante Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes“ („Tegida“) forderten rund 4000 Menschen in Hamburg Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen und anderen Kulturen. An der Demonstration nahmen auch Abgeordnete der Bürgerschaft und Gewerkschafter teil.