Menschlich gesehen

Backen im Gen

Sein Entschluss stand bereits in Kindertagen fest. "Schon mit fünf Jahren wollte ich Bäcker werden", erzählt Jan-Henning Körner. Ein Junge, ein Wort. Heute zählt der schlanke, blonde Hamburger zu den letzten rund 30 Vertretern seiner Zunft, die der Bäckerinnung in der Hansestadt angehören.

Discounter und Supermärkte machen dem traditionsreichen Handwerk mit Backshops und günstigen Preisen das Leben schwer. Für Körner ist dies aber eher Ansporn, immer neue Brotsorten zu entwickeln und sich bei seinen Kunden auf Finkenwerder und in Harburg möglichst unentbehrlich zu machen. "Ich liebe es, neue Rezepte auszuprobieren. Und der leckere Duft von frischem Brot oder Franzbrötchen aus dem Ofen ist einfach großartig."

Das frühe Aufstehen ist für ihn längst kein Problem mehr. Körner schläft in zwei Schichten, ein paar Stunden nachmittags und einige nachts, kurz vor dem Aufstehen um 3 Uhr. Der 54-Jährige ist ein Naturmensch. Im Sommer fährt der Obermeister der Hamburger Bäckerinnung mit seiner Frau Angela, 52, die im Familienbetrieb hinter der Ladentheke steht, gerne an die dänische Küste zum Radeln und Schwimmen. Im Winter geht's in die Dolomiten zum Skifahren. Zu Hause liebt er lange Spaziergänge an Stränden und Deichen. Sein Backkunst-Gen hat Körner an die Tochter vererbt. Maria, 19, macht gerade ihre Bäckerlehre, ganz im Sinne der Familientradition.

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