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Hamburgerin half bei Entwicklung des Wahl-O-Mat

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Das Onlineportal zeigt die verschiedenen Standpunkte der Parteien. Zusammengestellt wurden die Wahl-O-Mat-Thesen von politisch interessierten Jung- und Erstwählern aus ganz Deutschland.

Hamburg. Der Spitzensteuersatz soll erhöht werden. Deutschland soll aus der Nato austreten und der Strompreis vom Staat stärker reguliert werden. Das sind drei von 38 Thesen aus dem aktuellen Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl. Wer unsicher ist, wen er wählen soll, kann ab sofort im Internet seine Standpunkte mit denen der 28 kandidierenden Parteien vergleichen.

„Der Wahl-O-Mat zeigt die Unterschiede zwischen den Parteien und regt mit seiner spielerischen Herangehensweise vor allem junge Menschen an, sich mit politischen Themen und der anstehenden Wahl auseinanderzusetzen“, sagt Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die für den Wahl-O-Mat verantwortlich ist.

Zusammengestellt wurden die Wahl-O-Mat-Thesen von politisch interessierten Jung- und Erstwählern aus ganz Deutschland. Von 300 Bewerbern wurden 25 ausgewählt. Aus Hamburg war Anna Gründler dabei. „Es war eine tolle Gelegenheit, sich intensiv mit Politik zu beschäftigen“, sagt die 24-Jährige, die beim Energiekonzern ENBW ein duales Betriebswirtschaftsstudium absolviert hat und jetzt dort im Bereich Risikomanagement tätig ist.

Ein erster Workshop fand Anfang Juni in Köln statt. „Wir haben sechs Themengruppen gebildet und zunächst festgelegt, was wir wichtig finden“, erinnert sich Anna Gründler. In ihrer Gruppe „Finanzen und Wirtschaft“ ging es etwa um die Finanztransaktionssteuer und das Ehegattensplitting.

Insgesamt formulierten die Wahl-O-Mat-Redakteure auf der Grundlage der Parteiprogramme rund 180 Thesen. Unterstützt wurden sie dabei von Politik- und Sozialwissenschaftlern. In einem zweiten Workshop wurden die Thesen nach inhaltlichen Kriterien auf 85 Endthesen reduziert. „Das gab leidenschaftliche Diskussionen“, erinnert sich Anna Gründler. Dann mussten die Thesen so umformuliert werden, dass sie Wahl-O-Mat-tauglich wurden. „Sie sollten leicht verständlich und nicht zu reißerisch sein“, sagt sie.

Die Endthesen wurden den Parteien zur Beantwortung geschickt – diese mussten sich festlegen auf „Stimmen zu“, „Neutral“ oder Stimmen nicht zu“. Die meisten Parteien lieferten ausführliche Begründungen mit, die ebenfalls im Wahl-O-Mat abrufbar sind. „In einem dritten Workshop haben wir dann ausgewertet, welche 38 Thesen die Parteien am besten unterscheiden“, sagt Anna Gründler. „Die sind jetzt im Wahl-O-Mat vertreten.“

Den Wahl-O-Mat gibt es seit 2002. Er wurde seitdem über 25 Millionen Mal genutzt. Die aktuelle Version wurde allein am Donnerstag in der ersten Stunde 150.000 Mal angeklickt.

( (fru) )

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