Proteste wegen Schmähvideo

Berlin verhängt Einreiseverbot gegen Hassprediger

US-Pastor Terry Jones hatte für den Film "Innocence of Islam" geworben. USA fürchten eine "anhaltende Krise mit unvorhersehbaren Konsequenzen".

Istanbul/Berlin. Nach den blutigen Unruhen in der islamischen Welt will die Bundesregierung verhindern, dass Rechtspopulisten mit dem Mohammed-Schmähvideo auch in Deutschland für Aufruhr sorgen. "Dagegen muss man mit allen rechtlich zulässigen Mitteln vorgehen", sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dem "Spiegel". Die Vorsichtsmaßnahmen der Bundesregierung richten sich auch gegen den radikalen US-Prediger Terry Jones, der für das Video geworben hatte. Gegen ihn sei ein Einreiseverbot verhängt worden, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums.

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, wonach Jones von Rechtspopulisten in die Bundesrepublik eingeladen werden sollte. Jones war weltweit bekannt geworden, als er 2011 eine Koran-Ausgabe mit Kerosin übergoss und verbrannte.

+++ Leitartikel: Trügerischer Aufruhr +++

Die US-Regierung geht davon aus, dass die wütenden Proteste in der islamischen Welt gegen das Video in eine " anhaltende Krise mit unvorhersehbaren diplomatischen und politischen Konsequenzen" münden könnten. Bis auf eine Notbesetzung wird in Tunesien und dem Sudan alles Personal aus den Botschaften abgezogen. Am Sonnabend hatte das Terrornetzwerk al-Qaida Muslime in aller Welt dazu aufgerufen, US-Vertretungen zu stürmen und Diplomaten zu töten.