Trittin drängt: SPD muss schnell K-Frage klären

Hamburg. Bisher bremst die SPD noch: Erst Anfang 2013, nach der Landtagswahl in Niedersachsen, will die Partei ihren Kanzlerkandidaten bestimmen. Doch jetzt setzt der potenzielle Koalitionspartner die Sozialdemokraten massiv unter Druck: Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin drängt die SPD, die K-Frage schnell zu klären.

Im Abendblatt-Interview äußerte Trittin die Ansicht, die SPD werde vielleicht zügig und früher als geplant entscheiden, wer den Spitzenposten erhält. Dazu trügen auch die Grünen bei, die im Oktober ihre Basis über die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl entscheiden lassen. "Der Druck auf die Sozialdemokraten, zu einer Klärung zu kommen, ist damit gestiegen."

Indirekt kritisierte Trittin, dass sich die Troika der möglichen Kandidaten - Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück - selbst auf den Herausforderer von Kanzlerin Merkel (CDU) einigen will. Er stellte infrage, "ob das den Bedürfnissen der SPD-Mitglieder entspricht". Die Grünen hätten mit der Urwahl einen Vorteil bei den Wählern. "Wer das nicht macht, gilt in der Bevölkerung als nicht so transparent und offen."

Zugleich schloss Jürgen Trittin eine schwarz-grüne Koalition 2013 aus. Er machte die CSU dafür verantwortlich: "Wir müssten für Schwarz-Grün mit dieser Truppe aus Bayern regieren. Das machen wir nicht."