Spekulationen im Saarland

Wirft Oskar Lafontaine als Linken-Fraktionschef hin?

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Kehrtwende von Oskar Lafontaine? Er will angeblich nicht für eine ganze Legislaturperiode Fraktionschef der Linken im Saarland bleiben.

Saarbrücken. Oskar Lafontaines politische Zukunft im Saarland ist weiter offen. Die Linke im Landtag hat einen Bericht zu einem bevorstehenden Rückzug des Parteichefs aus dem Landesparlament als reine Spekulation bezeichnet. „Klar ist, dass Lafontaine Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag ist“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Heinz Bierbaum, in Saarbrücken. „Wie lange er das macht, das hat er offen gelassen.“ Der Sprecher der Bundestagsfraktion, Hendrik Thalheim, sagte, der entsprechende Bericht der „tageszeitung“ („taz“) „entbehrt jeder Grundlage“.

Lafontaine selbst ist derzeit im Urlaub. Thalheims Sprecher- Kollege im Bundestag, Michael Schlick, wies den Bericht im Nachrichtensender n-tv ebenfalls zurück. „Das war auf jeden Fall Stand der Dinge vor seinem Urlaub, dass da keine Rede von war, dass er den Fraktionsvorsitz im saarländischen Landtag niederlegt“, sagte Schlick dem Sender.

Lafontaine hatte sich nach der Entscheidung der Saar-Grünen für ein Bündnis mit CDU und FDP und gegen eine Links-Koalition mit SPD und Linken nicht festgelegt, ob er nach seinem Rückzug von der Spitze der Bundestagsfraktion im Landtag bleiben will. „Das werde ich jetzt in aller Ruhe überlegen und entscheiden“, hatte Lafontaine nach dem Grünen-Parteitag vor eineinhalb Wochen gesagt. Der Landeschef der Linken, Rolf Linsler, sagte, er habe von einer Entscheidung Lafontaines keine Kenntnis.

Die „taz“ berichtete unter Berufung auf Quellen in der saarländischen Landtagsfraktion der Linken, Lafontaine wolle nicht für eine ganze Legislaturperiode Fraktionschef im Landtag bleiben. Kein Mensch könne im Ernst glauben, dass sich Lafontaine im Landtag mit SPD-Landeschef Heiko Maas um die Rolle des Oppositionsführers balgen werde, sagte ein saarländischer Linken-Abgeordneter der „taz“. Das könne „dem Oskar mit all seinen Verdiensten“ auch gar nicht zugemutet werden. Auch sein Landtagsmandat werde er wohl bald niederlegen, hieß es weiter.

Bierbaum sagte: „Das ist noch nicht entschieden.“ Unter Lafontaines Führung hatte die Linke bei der Landtagswahl an der Saar 21,3 Prozent erzielt. Er hatte kurz vor dem entscheidenden Parteitag der Grünen auf eine erneute Bewerbung für den Fraktionsvorsitz im Bundestag verzichtet und ein stärkeres Engagement an der Saar für den Fall eines Linksbündnisses angekündigt. Bundesparteichef will er bleiben.

Der 67-jährige Lafontaine hatte Anfang des Monats den Vorsitz der Bundestagsfraktion abgegeben und damit auch Spekulationen über ein größeres Engagement an der Saar ausgelöst. Die saarländischen Grünen entschieden sich daraufhin gegen ein rot-rot-grünes Bündnis und für Koalitionsverhandlungen mit CDU und FDP. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich begründete das Nein zu Rot-Rot-Grün ausdrücklich mit mangelndem Vertrauen zu Lafontaine.

( (abendblatt.de) )

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