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Pilotprojekt: Mehr Windstrom durch alte Netze

22 650 Windräder gibt es derzeit in Deutschland. Die meisten davon drehen sich in Niedersachsen (5483), in Brandenburg (3079) und Schleswig-Holstein (2930). Schlusslichter sind die Stadtstaaten Bremen (75), Hamburg (58) und Berlin (1). In der Nordsee stehen 30 Anlagen, die zusammen eine Leistung von fast 150 Megawatt erzeugen. Die 22 Offshore-Anlagen in der Ostsee kommen zusammen auf rund 50 Megawatt.

Wegen fehlender Leitungen zum Transport von Windstrom geht in Schleswig-Holstein eine neue Technik in den Test. Das Unternehmen E.on Netz startete das Pilotprojekt "Auslastungsmonitoring". Dabei soll mehr Windstrom als bisher durch bestehende Leitungen geschickt werden. Man nutzt Reservekapazitäten im Hochspannungsnetz, die bisher für Störungen freigehalten werden. Windkraftanlagen müssen immer wieder abgeschaltet werden. Denn sie produzieren zeitweise mehr Strom, als ins Netz eingespeist werden kann.

Mit der neuen Technik ist eine bis zu 50 Prozent höhere Auslastung bestehender Leitungen möglich. Der Praxistest erfolgt auf zwei 110-KV-Leitungen. Die eine verbindet Niebüll mit Breklum (Kreis Nordfriesland), die andere Niebüll mit Flensburg. Gesamtlänge: rund 120 Kilometer.