Verfassungsschutz

Rechter Terrorismus: Schlüsselfigur aus Niedersachsen

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Der bei Hannover festgenommene Neonazi Holger G. war für die Behörden bislang ein Mitläufer. Doch er ist die zweite Schlüsselfigur der Mordserie.

Lauenau/Hamburg. Er ist die zweite Schlüsselfigur der Serie von terroristischen Taten aus dem Neonazi-Milieu: Holger G. aus Lauenau wurde am Sonntag verhaftet. Neben der 36-jährigen Beate Z., die sich stellte und derzeit in Untersuchungshaft sitzt, soll G. Aufschluss über die Morde und das Ausmaß der Bedrohung durch die Terrorgruppe geben. Der niedersächsische Verfassungsschutz hat den mutmaßlichen Neonazi Holger G. erstmals 1999 in den Akten erfasst. In den vergangenen Jahren sei der 37-Jährige aber in der rechtsextremen Szene in Niedersachsen nicht mehr auffällig geworden, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel der Nachrichtenagentur dpa. "Wir haben keine personenbezogenen Akten über ihn geführt. Wir haben seinen Namen aber im Keller in alten Papierakten über die rechtsextreme Szene gefunden."

Holger G. stammte aus Jena und sei beim niedersächsischen Verfassungsschutz bisher zweimal erfasst worden, sagte Wargel. Einmal sei dies 1999 bei der Teilnahme an einer Demo gegen die Wehrmachtsausstellung in Braunschweig der Fall gewesen. Das zweite Mal sei Holger G. im Jahr 2003 aktenkundig geworden. Damals sei er als Teilnehmer einer Skinhead-Demo in Richtung Wunsiedel in Bayern unterwegs gewesen, sagte Wargel.

"Nach unseren Erkenntnissen hat sich Holger G. in den letzten Jahren nicht rechtsextrem betätigt", betonte der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Weil der Mann als Randfigur eingeordnet worden sei, habe seine Behörde ihn auch nicht näher unter Beobachtung gehabt.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung sind verschiedene Gegenstände sichergestellt worden,. Zunächst hieß es, bei ihm sei das Drehbuch zu dem Propagandafilm der Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" sichergestellt worden. Das wurde später richtig gestellt. Das Drehbuch war in Zwickau gefunden worden. Es habe Kommunikationspannen gegeben, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Holger G. habe seit Ende 1990 mit den Mitgliedern der Neonazi-Gruppe NSU in Kontakt gestanden, sagte Griesbaum: "Er soll deren fremdenfeindliche Einstellungen geteilt haben. Zudem soll er in dieselben rechtsextremistischen Kreise eingebunden gewesen sein wie diese." Heute verhört die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Holger G.

( (dpa/dapd) )