Ostdeutsche sehen Einheit positiver

Mehr Westdeutsche wollen Mauer wiederhaben. Zentrale Feier am 3. Oktober in Bonn

Bonn/Berlin. Die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn erwartet an diesem Wochenende viele Hunderttausend Menschen zu den diesjährigen zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Mit dem Fest unter dem Motto "FreiheitEinheitFreude" ist der Nordrhein-Westfalen-Tag verbunden. Die Besucher erwartet auf einer Festmeile ein buntes Bühnenprogramm. Auf einer sogenannten Ländermeile wird die Republik "von Rostock bis nach Starnberg" zu entdecken sein.

Zu den Höhepunkten zählt der ökumenische Festgottesdienst am Tag der Deutschen Einheit, der um 10.00 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche beginnt. Zu den rund 1000 geladenen Gästen zählen Bundespräsident Christian Wulff, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesratspräsidentin und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Es predigt der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der als früherer Weihbischof in Erfurt und Berliner Bischof die Auswirkungen der Teilung Deutschlands persönlich erlebte.

21 Jahre nach der Wiedervereinigung verbinden ältere Ostdeutsche mit der deutschen Einheit mehr Gewinn als Westdeutsche im selben Alter. Das geht aus dem jüngsten Sozialreport der Volkssolidarität hervor, den der Sozialverband in Berlin vorstellte. Für die Studie wurden rund 2200 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren in den neuen Bundesländern und in Nordrhein-Westfalen interviewt.

49 Prozent der befragten Ostdeutschen sehen die Einheit heute als Gewinn, in NRW sind es 38 Prozent. Verluste mit der Wiedervereinigung verbindet nur rund ein Fünftel der Ostdeutschen, aber ein gutes Drittel der Westdeutschen. Mit zwölf Prozent wollen inzwischen auch mehr Westdeutsche die Mauer wiederhaben als Ostdeutsche (neun Prozent). In Ost wie West sähen sich vor allem Arbeitslose als Verlierer und sehnten sich nach ihrem früheren Leben zurück.