Bis jetzt unternahmen die Kassen nicht viel gegen Mitglieder, die die Zusatzbeiträge nicht entrichteten. Das ändert sich fortan drastisch.

Berlin. Die Krankenkassen wollen ausstehende Zusatzbeiträge ihrer Versicherten eintreiben. Bei der DAK mit Sitz in Hamburg hätten rund 220 000 der 4,5 Millionen Mitglieder nicht bezahlt, sagte ein Sprecher am Dienstag und bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Betroffenen seien zunächst telefonisch und dann schriftlich auf ihre Zahlungspflicht hingewiesen worden. „Als letzter Schritt bleibt nur die Möglichkeit, die Hauptzollämter einzuschalten“, sagte der DAK-Sprecher.

Bevor es zur Pfändung komme, sollen die Betroffenen noch einmal informiert werden. Der Zusatzbeitrag bei der DAK beträgt acht Euro monatlich. Die Kassen hätten keine Wahl, sie müssten dafür sorgen, dass alle Mitglieder den fälligen Zusatzbeitrag entrichten. Auch bei der BKK Novitas, die inzwischen keinen Zusatzbeitrag mehr erhebt, fehle noch von etwa fünf Prozent der rund 435 000 Versicherten die fällige Zahlung aus dem Jahr 2010, sagte ein Sprecher.

Über die einzelnen Maßnahmen sei noch nicht entschieden. „Wir fahren aber nicht mit dem Rasenmäher durch die Gegend.“ Etwa zehn Prozent der Krankenkassen haben seit dem vergangenem Jahr Zusatzbeiträge erhoben. Zumeist liegt er bei acht Euro je Mitglied und Monat, in Einzelfällen auch höher. Beim Beitragssatz unterscheiden sich die Kassen seit Einführung des Gesundheitsfonds nicht mehr. Er liegt einheitlich bei 15,5 Prozent.(dpa)