Polizei beklagt Überlastung

Laut Gewerkschaften fehlt es an Personal. Körting bedauert Aussagen über verdächtige Nachbarn

Berlin/Hamburg. Angesichts der aktuellen Terrorwarnung für Deutschland beklagen die Polizeigewerkschaften großen Personalmangel und andauernde Überbelastung der Einsatzkräfte. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte: Auch wenn der konkrete Anschlag, vor dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gewarnt hatte, vereitelt werde, "es kommen neue Drohungen". Um Sicherheit zu gewährleisten, fehle es aber an Personal und Technik im großen Umfang.

Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft (bgv), Rüdiger Reedwisch, kritisierte: "Die Sicherheit der Bevölkerung ist der Bundesregierung nicht mehr das wert, was es einmal war." Auf Bahnhöfen und Flughäfen könne keine optimale Sicherheit gewährleistet werden, sagte Reedwisch. Es handele sich lediglich um ein "Ausfüllen von Lücken". 32 000 Polizisten arbeiteten derzeit rund um die Uhr ohne sachgerechte Erholungs- oder Ruhepause. Wegen der Überbelastung verzeichneten die Statistiken hohe Krankheitsausfälle und vermehrt psychische Beschwerden. Für Dezember geplante Urlaube und freie Tage seien Polizisten vielerorts gestrichen worden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dem widersprachen allerdings mehrere Länder.

Unterdessen hat Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) seine umstrittenen Äußerungen zur Meldung von seltsam aussehenden oder arabisch sprechenden Nachbarn bei der Polizei als unglücklich bedauert. Der Innensenator würde dies so nicht wiederholen, sagte seine Sprecherin Kristina Tschenett. Es sei keinesfalls als Aufruf zur Denunziation gemeint gewesen. Jeder sollte in seiner Umgebung aber wachsam sein.