Ein Kompromiss ist nicht in Sicht

Worum es beim Milliarden-Projekt Stuttgart 21 geht und was die Kontrahenten trennt

Der Stuttgarter Hauptbahnhof soll von einem überirdischen Kopfbahnhof in einen Durchgangsbahnhof in elf Metern Tiefe umgebaut werden. Der Bahnhof soll um 90 Grad zum heutigen Gleisverlauf gedreht, die Zahl der Gleise von 16 auf acht verringert werden. Durch die Verlagerung des Bahnhofs in die Tiefe wird eine Fläche von 100 Hektar im Zentrum frei, die neu bebaut werden kann. Das Projekt soll nach derzeitigen Planungen 4,8 Milliarden Euro kosten.

Für den Umbau sind CDU, SPD und FDP sowie wie viele Bürger. Es geht um Milliarden-Investitionen in den Standort und um schnellere Bahnverbindungen. Die Gegner des Projekts - Naturschützer, die Grünen sowie zahlreiche von Baulärm beeinträchtigte Anwohner - erwarten eine Kostenexplosion, kritisieren, dass der Stuttgarter Untergrund nicht geeignet sei, und fürchten, dass die frei werdenden Flächen mit hässlichen Firmengebäuden verbaut werden. Mit ihren Klagen sind die Gegner vor den Gerichten gescheitert.

Auch an diesem Wochenende protestierten sowohl Befürworter wie auch Gegner des Projekts - friedlich. Völlig unklar bleibt, wie ein Kompromiss zwischen beiden Seiten aussehen könnte.