Frauenquote

CSU will Frauen in der Partei besser fördern

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„Es geht um die Zukunft." Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer erwartet eine Frauenquote von 40 Prozent bei allen Wahlen in der CSU.

München. Die CSU ringt um eine bessere Frauenförderung in der Partei. Der CSU-Vorstand kam am Freitagnachmittag zu einer Sondersitzung in München zusammen, um über mehrere Vorschläge zu beraten. Die CSU hat nach wie vor weniger als ein Fünftel weiblicher Mitglieder und ist damit die männerlastigste der im Bundestag vertretenen Parteien. Die Frauen-Union fordert eine 40-Prozent-Frauenquote bei allen CSU-internen Wahlen.

Dagegen gibt es vor allem in den Kreisverbänden der Partei, aber auch bei der Jungen Union starken Widerstand. Parteichef Horst Seehofer wirbt seit seinem Amtsantritt dafür, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) betonte vor dem Treffen: „Natürlich fordere ich eine Quote.“ Diese brauche man dringend in der CSU. Es gehe in dieser Frage aber nicht um einen Kampf der Frauen gegen die Männer, sondern um einen Kampf um die beste Zukunft der Partei.

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) erwartet eine Frauenquote von 40 Prozent in ihrer Partei . „Ich gehe davon aus, dass es sich um die Zahl 40 handeln wird“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“. Zu den Befürworterinnen gehört auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Dagegen hält Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) eine Pflichtquote bei sämtlichen internen Wahlen und Kandidatenaufstellungen für nicht praktikabel.

Die Brüsseler EU-Kommission hat den Unternehmen in Europa gesetzliche Maßnahmen angedroht, falls sie nicht mehr Frauen in Führungspositionen befördern. „Wenn bis Ende 2011 nichts geschieht, müssen wir über gesetzliche Quoten nachdenken. Als Zielgröße habe ich dabei einen Frauen-Anteil von 30 Prozent in Aufsichtsräten im Auge, der bis 2015 erreicht und bis 2020 auf 40 Prozent erhöht werden soll“, sagte die EU-Kommissarin für Justiz- und Gleichstellungsfragen, Viviane Reding der „Welt“ . Die Luxemburgerin verwies darauf, dass „in Norwegen der Anteil der Frauen in Spitzenposten durch die Quote in fünf Jahren von 25 Prozent auf 45 Prozent gestiegen ist.“

Nach Ansicht der Kommissarin, die auch Vizepräsidentin der EU-Kommission ist, haben europäische Konzerne „neben ihrer wirtschaftlichen auch eine soziale Verantwortung“. Reding weiter: „Ich möchte eindringlich( an die großen europäischen Unternehmen appellieren, tätig zu werden und mehr Frauen in die Aufsichtsräte zu bringen.“ Sie kündigte an, sich im Frühjahr 2011 mit Vertretern großer europäischer Unternehmen in Brüssel treffen zu wollen, um Gleichstellungsfragen zu beraten. Sie kritisierte, in Deutschland seien „nur 13 Prozent“ der Aufsichtsräte großer Dax-Unternehmen Frauen. Und nur drei Prozent der Vorstandschefs großer europäischer Unternehmen seien weiblich, sagte sie weiter.