CDU-Spitze befürchtet heißen Herbst

Rundbrief mahnt Basis: Für das Atomkonzept einstehen - "auch bei Gegenwind"

Berlin. Angesichts der wachsenden Kritik am Atomkompromiss der Koalition versucht die CDU, ihre Reihen zu schließen. Generalsekretär Hermann Gröhe appellierte in einem internen Rundschreiben an alle Funktions- und Mandatsträger, "für dieses Konzept einzustehen - auch bei Gegenwind der vereinigten linken Opposition".

In dem dreiseitigen Papier, das dem Abendblatt vorliegt, heißt es, dass sich der von Rot-Grün 2002 beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie als "nicht zukunftsweisend" herausgestellt habe. Die CDU setze "auf die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie", verteidigte Gröhe die Verlängerung der Reaktorlaufzeiten. Die Parteiführung sei sich der Skepsis vieler Menschen aber bewusst, weshalb das Konzept die Kernenergie ausdrücklich als Brückentechnologie vorsehe. 73 Prozent der Deutschen befürworteten eine Laufzeitverlängerung, wenn ein wesentlicher Teil der Zusatzgewinne der Betreiber für erneuerbare Energien eingesetzt werde.

Die Grünen kündigten unterdessen Massenkundgebungen gegen die Atompläne an. Sollten sie nach der Bundestagswahl 2013 an der Regierung beteiligt werden, würden die Beschlüsse wieder rückgängig gemacht.