Porträt

Elke Büdenbender – die Frau an Steinmeier Seite

Berlin. „Selbstbewusst, intelligent, einfach toll“ – so lautete das fachmännische Urteil eines prominenten Fans. Ex-Kanzler Gerhard Schröder riet seinem früheren Mitarbeiter Frank-Walter Steinmeier, seine Frau Elke Büdenbender öfter in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Doch die gebürtige Siegerländerin, die ihren späteren Mann in Studententagen in Gießen kennenlernte und mit ihm seit 15 Jahren verheiratet ist, machte sich lange auf dem roten Teppich rar. Während ihr Mann bis spät in die Nacht im Kanzleramt saß oder als Außenminister durch die Welt tourte, arbeitete die Richterin für Sozialrecht halbtags am Berliner Verwaltungsgericht, wo sie sich viel mit Asylrechtsfällen befasste.

Auch als sich ihre Nierenerkrankung Anfang des Jahres verschlimmerte, ging sie weiter ins Gericht. Lange kannte man die jetzt 48-Jährige in Berlin-Zehlendorf als sportliche Mutter, die ihre Tochter Merrit mit dem Rad von der Schule abholte.

Als Beraterin auch bei Steinmeiers unglücklicher Kanzlerkandidatur im vorigen Jahr verstand sie sich nicht. „Frank macht seinen Job, ich mache meinen“, gab die Juristin klar zu verstehen. Gewurmt hat sie allerdings, dass ihr Mann in Porträts oft als langweilig beschrieben wurde. „Das ärgert mich schon – vor allem, weil es nicht stimmt“, platzte es es einmal aus Elke Büdenbender heraus. „Wer um Mitternacht von einer Auslandsreise nach Hause kommt und dann bis zwei Uhr mit der Tochter Ikea-Regale aufbaut, kann doch nur ein toller Typ sein.“

Bis heute hat sie ihren Mädchennamen nicht abgelegt. Sie habe eigentlich vorgehabt, Steinmeiers Nachnamen zum zehnten Hochzeitstag anzunehmen, erzählte Elke Bodenbender im vergangenen Jahr. Doch dann sei er Außenminister geworden, und sie habe gedacht: „Das sieht jetzt blöd aus – so als würde ich mir fremde Lorbeeren anstecken.“

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