Vom Partyzug für Frieden und Toleranz zum Massenfest

Loveparade, das war einmal ein positiver Begriff weit über Deutschlands Grenzen hinaus. In Tel Aviv, Wien und Leeds gab es Ableger. Raver aus aller Welt reisten jedes Jahr an, in schrillen Kostümen, mit witzigen Perücken und festem Schuhwerk, um einen Tag und eine Nacht lang durchzutanzen.

Alles begann 1989 mit einer Idee des Berliner DJs Dr. Motte, der damals zusammen mit seiner Freundin die erste Loveparade organisierte: Ein kleines Häuflein von 150 Ravern tanzte auf einer "House-Musik-Demonstration" für Frieden, Liebe und Toleranz über den Berliner Kurfürstendamm. Von da an wuchs die Zahl der Teilnehmer stetig. Beim zehnjährigen Jubiläum 1999 war sie mit 1,5 Millionen Besuchern zu einem Massenfest geworden - und mit der politischen Mission war es längst vorbei. Die Loveparade wurde der Rave für die Spaßgeneration.

Ab 2001 mussten die Veranstalter die Kosten für Sicherheit und Straßenreinigung selbst tragen. Die Teilnehmerzahlen gingen zurück, 2003 schwoften nur noch etwa 700 000 Menschen in Berlin. Dr. Motte zog sich zurück, weil ihm die Loveparade zu kommerziell wurde. Nun sollte das Ruhrgebiet zum Gastgeber werden. Mehr als eine Million Fans kamen denn auch 2007 nach Essen, 2008 sogar 1,6 Millionen nach Dortmund. Weil Bochum kein geeignetes Gelände fand, gab es 2009 wieder einen Ausfall. Und 2010 fiel die Wahl auf Duisburg.