Kandidat Wulff irritiert die Südwest-CDU

Einen Tag vor der Bundespräsidentenwahl steigt die Nervosität

Stuttgart. Kurz vor der Wahl des Staatsoberhaupts morgen in Berlin gibt es atmosphärische Störungen zwischen den schwarz-gelben Landesregierungen in Hannover und Stuttgart. Dabei geht es um das Verhalten des schwarz-gelben Präsidentschaftskandidaten Christian Wulff (CDU) beim Kauf einer CD mit Daten von Steuerbetrügern. In Kreisen der baden-württembergischen Koalition wird angezweifelt, dass Wulff - wie von ihm behauptet - nichts von diesem Erwerb gewusst habe. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sagte, er hätte die Entscheidung über den CD-Kauf nicht - wie der Amtskollege Wulff - allein seinem Finanzminister überlassen. In Kreisen der Südwest-CDU hieß es, Wulff drohten wegen der Verstimmungen Gegenstimmen aus Baden-Württemberg bei der Präsidentenwahl.

Zugleich sieht Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei einem Scheitern Wulffs und einem Sieg des rot-grünen Kandidaten Joachim Gauck den Fortbestand der Regierung nicht gefährdet. Die Wahl sei ein singuläres Ereignis, sagte sie der "Sächsischen Zeitung". "Aber wie auch immer der Ausgang ist: Die Regierung steht da nicht infrage." Die FDP rechnet mit bis zu fünf eigenen Abweichlern, die nicht für Wulff stimmen werden, sagte Parteichef Guido Westerwelle.