Ehe von Homosexuellen

Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert den Papst

Beck hat die Aussagen Benedikts XVI. zur Ehe von Homosexuellen kritisiert und sie einen "Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat" genannt.

Berlin. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat die jüngsten Aussagen Papst Benedikts XVI. zur Ehe von Homosexuellen scharf kritisiert. Die Rede des Papstes sei "ein Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat“, meinte Beck am Sonnabend in Berlin unter Hinweis auf die "demokratischen Entscheidungen von Gesetzgebern und Verfassungsgerichten“ zahlreicher Staaten. Benedikt XVI. schwöre die Bischöfe auf einen "Kulturkampf gegen die Menschenrechte“ ein, er stelle die katholische Lehre über das Recht und untergrabe damit die Fundamente der Religionsfreiheit.

Beck bezog sich auf eine Ansprache des Papstes am Freitag vor US-amerikanischen Bischöfen im Vatikan. Dabei hatte Benedikt XVI. die Ablehnung der Homosexuellen-Ehe bekräftigt und betont, die Verschiedenheit der Geschlechter könne "für die Definition der Ehe nicht als bedeutungslos verworfen werden“. Beck hielt dagegen, das Zivilrecht sei Sache der Parlamente und der Gerichte. Andererseits gehe es den Staat nichts an, "wie die Kirche wiederum ihre interne Feier bei der Ehe gestaltet“. Das Thema wolle er, so Beck, auch bei der geplanten Reise des Bundestagsmenschenrechtsausschusses nach Rom gegenüber den Offiziellen des Vatikanstaates ansprechen.

Papst Benedikt XVI. hatte zuvor den US-Bischöfen die Ablehnung der Homosexuellen-Ehe eingeschärft. Kinder hätten ein "fundamentales Recht“ darauf, zu einem "gesunden Verständnis von Sexualität“ erzogen zu werden. Die Bischöfe der Vereinigten Staaten absolvieren derzeit ihre turnusmäßigen Besuche zur Berichterstattung in Rom.

Auch das Zusammenleben ohne Trauschein sei "schwer sündhaft“ und beschädige die Stabilität der Gesellschaft, sagte der Papst. Es sei "immer offensichtlicher“, dass die Ablehnung der Unauflöslichkeit der Ehe und anderer sexualethischer Grundsätze zu "schwerwiegenden gesellschaftlichen Problemen“ geführt habe. Vor allem junge Menschen gelte es die "Tugend der Keuschheit“ wiederentdecken zu lassen. Diese sei attraktiver als "alles erlaubende Ideologien“, so Benedikt XVI. (KNA)

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