Wahl des Bundespräsidenten

Bayrischer Landtag: Senta Berger darf wählen

Unter den 95 Wahlleuten für die Bundesversammlung, die der bayrische Landtag benennen darf, sind nur einige wenige Prominente, unter anderem Senta Berger.

München. Mit der Schauspielerin Senta Berger und dem langjährigen "Biermösl Blosn“-Frontmann Hans Well werden auch einige prominente Nicht-Politiker aus Bayern den neuen Bundespräsidenten wählen. Die Landtagsfraktionen benannten am Mittwoch ihre Wahlleute für die Bundesversammlung am 18. März in Berlin, darunter auch Bayerns DGB-Chef Matthias Jena. Auf der Liste mit den 95 Männern und Frauen, die der Landtag am Nachmittag einstimmig absegnete, stehen aber sonst fast ausschließlich amtierende oder ehemalige Politiker. Die CSU verzichtet auch diesmal komplett auf Prominenz von außerhalb.

Für die CSU reisen unter anderem Ministerpräsident Horst Seehofer, die beiden Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber und Theo Waigel, das komplette Kabinett und die Europaabgeordneten Angelika Niebler und Manfred Weber nach Berlin. Mit dabei sind zudem Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Spitze der Landtagsfraktion, die Vorsitzenden von Junger Union und Senioren Union, Katrin Albsteiger und Konrad Weckerle, sowie der frühere Ministerpräsident Günther Beckstein.

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Die SPD hat neben Senta Berger und der SPD-Fraktionsspitze unter anderem den früheren SPD-Bundesvorsitzenden Hans-Jochen Vogel, Landtags-Spitzenkandidat Christian Ude, den Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly und Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin benannt. DGB-Chef Matthias Jena ist gemeinsamer Wahlmann von SPD und Grünen. Die Grünen schicken zudem Hans Well und die Schauspielerin Monika Baumgartner nach Berlin. Die Freien Wähler benannten neben Fraktionschef Hubert Aiwanger sechs weitere Abgeordnete sowie drei Kreis- und Bezirksräte. Die FDP nominierte unter anderem ihre beiden Minister Martin Zeil und Wolfgang Heubisch.

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Von den 95 Wahlleuten des Landtags entfallen 47 auf die CSU, 30 auf SPD und Grüne, 10 auf die Freien Wähler und 8 auf die FDP. Indem SPD und Grüne – wie schon bei der Wahl im Jahr 2010 – eine gemeinsame Liste bilden, können sie eine Person mehr in die Bundesversammlung entsenden. Bei der CSU ist im Gegenzug dafür eine Person weniger.

Die CSU hat mit "Externen“ schlechte Erfahrungen: Bei der Wahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten hatte die CSU beispielsweise Fürstin Gloria von Thurn und Taxis als Wahlfrau nach Berlin geschickt - die aber stimmte dann für Köhlers Gegenkandidatin Gesine Schwan.

Der Nachfolger des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff wird am 18. März von der Bundesversammlung in Berlin gewählt. Die Wahl des Ex-DDR-Bürgerrechtlers Joachim Gauck als Kandidat von Union, FDP, Grünen und SPD gilt als sicher. Die Linke hat Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld nominiert. Die Bundesversammlung besteht aus den Bundestagsabgeordneten und einer gleichen Zahl von Mitgliedern, die von den diversen Länderparlamenten benannt werden. (dpa)

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