Hintergrund

Der Schlag gegen die Sauerland-Gruppe

Am 4. September 2007 bricht über Oberschlehdorn im Sauerland der Ausnahmezustand herein. Sondereinheiten der Polizei stürmen den Ort, umstellen ein unscheinbares Einfamilienhaus und nehmen Adem Yilmaz, Fritz Gelowicz und nach missglückter Flucht Daniel Schneider beim Bombenbau fest. Sie sollen als Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union (IJU) aus dem Terrornetzwerk al-Qaida gemeinsam mit dem später in der Türkei verhafteten Atilla Selek Anschläge auf US-Kasernen, US-Luftwaffenstützpunkte und Diskotheken vorbereitet haben. Dafür bauten sie an Sprengsätzen aus Wasserstoffperoxid.

Der Ort der Verhaftung hat den vier Männern den Namen Sauerland-Gruppe gegeben. Dem größten Polizeieinsatz der Geschichte (die Männer waren sechs Monate überwacht worden) folgte der größte Terrorprozess seit den RAF-Verfahren. Verkürzt wurde er durch die Geständnisse der Angeklagten, zu denen sie kurz nach Prozessbeginn bereit waren. Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens sowie der Verabredung zum Mord fordert die Bundesanwaltschaft für Yilmaz elfeinhalb, für Gelowicz zwölfeinhalb, für Selek fünfeinhalb und für Schneider 13 Jahre Haft. Schneider wird auch ein Mordversuch zur Last gelegt, weil sich bei seinem Fluchtversuch im Gerangel mit einem Polizisten ein Schuss löste.