Nach dem EU-Urteil

Bundesregierung will mehr Rechte für ledige Väter

Frankfurt/Main. Als Reaktion auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte will die Bundesregierung den Sorgerechtsanspruch lediger Väter stärken. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kündigte in der "Süddeutschen Zeitung" einen Gesetzentwurf noch für diese Legislaturperiode an. Die Väter müssten auch ohne zwingende Zustimmung der Mutter ein Sorgerecht bekommen können. Forderungen nach einem automatischen gemeinsamen Sorgerecht wies die FDP-Politikerin aber zurück. Bislang haben ledige Väter in Deutschland gegen den Willen der Mutter keinen Anspruch auf das Sorgerecht für ihre Kinder. Der EuGH kritisierte diese Regelung in einem Urteil als diskriminierend. Das Bundesjustizministerium hatte darauf zurückhaltend reagiert.