Islamisten: Nach Razzia in Berlin

Terrorgefahr bleibt

Einen Tag nach der Großrazzia gegen Islamisten in Berlin hat der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) Jörg Ziercke erneut darauf hingewiesen, dass es nach wie vor keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen von Islamisten in Deutschland gibt.

Berlin. Die Berliner Razzia richtete sich gegen Islamisten, die offenbar Anschläge in Russland planten. Das Terrornetzwerk al-Qaida hatte allerdings für einen Zeitraum von 14 Tagen nach der Bundestagswahl mit Anschlägen in Deutschland gedroht. Das Bedrohungsniveau sei unverändert, sagte Ziercke. Weil man sich auf diesen Zeitrahmen nicht verlassen könne, würden die Sicherheitsmaßnahmen zunächst noch sehr hoch bleiben.

Die Berliner Razzia ist nach Ansicht des Sicherheitsexperten Norbert Pütter, Politikwissenschaftler und Privatdozent mit Spezialgebiet Innere Sicherheit an der Freien Universität Berlin (FU), auch ohne Festnahmen ein Erfolg. Eine vorbeugende Wirkung habe ein derartiger Einsatz auf jeden Fall, sagte Norbert Pütter. "Deswegen kann die Polizei bei solchen Einsätzen nur gewinnen. Wenn sie zusätzlich noch Beweise findet, Hinweise auf andere Personen, Verknüpfungen oder Pläne, dann ist es doppelt wertvoll." Die Ermittler und Terrorfahnder wollten mit einer solchen groß angelegten Razzia auch Signale aussenden: "Wir haben euch auf dem Kieker, und wir schreiten auch ein."

Ähnlich hatte sich bereits am Tag zuvor im Abendblatt der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, geäußert. Die Polizei wolle auch durch Präsenz den Fahndungsdruck erhöhen.

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