Terrorismus

Sauerland-Prozess: Lieferant angeklagt

Im sogenannten Sauerland-Prozess um geplante Terroranschläge in Deutschland hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht die Aufnahme mit den Geständnissen der Angeklagten im Wesentlichen abgeschlossen.

Düsseldorf. Es seien nur noch wenige Nachfragen an einen Angeklagten offen, sagte ein Gerichtssprecher gestern in Düsseldorf.

Der Prozess soll nach der Herbstpause am 27. Oktober mit dem Vorwurf des versuchten Polizistenmordes fortgesetzt werden. Der Angeklagte Daniel Schneider hatte bei seiner Festnahme auf der Flucht einem Polizisten dessen Dienstwaffe entrissen, dann fiel ein Schuss. Die Bundesanwaltschaft wirft Schneider vor, er habe versucht, den Beamten zu erschießen. Schneiders Verteidiger bestreiten dies, während die übrigen Vorwürfe von den Angeklagten weitgehend eingeräumt wurden. Die "Sauerland-Gruppe" soll in Deutschland massive Terroranschläge mit selbst hergestellten Bomben aus Wasserstoffperoxid geplant haben. Drei der vier islamistischen Angeklagten waren im sauerländischen Oberschledorn von der Eliteeinheit GSG 9 festgenommen worden, wo sie ihren Geständnissen zufolge die Bomben bauen wollten.

Inzwischen ist auch der Lieferant der Chemikalie, die vor allem zum Bleichen von Haaren benutzt wird, angeklagt worden. Der 38-jährige Deutsche aus Hodenhagen soll die Verdächtigen mit insgesamt 585 Kilogramm Wasserstoffperoxid beliefert haben, wie die Anklagebehörde mitteilte. Sie wirft ihm vor, er habe aufgrund seiner Kenntnisse billigend in Kauf genommen, dass damit Sprengstoffe hergestellt werden.