Kommentar: Ursula von der Leyen und Ver.di

Seltsamer Auftritt einer Ministerin

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) weiß immer wieder zu überraschen. Sie hat nicht nur die Familienpolitik aus der Liebhaberecke in das Zentrum politischen Handelns gerückt, sondern mit der Einführung des Elterngeldes binnen Monaten das Gesellschaftsbild der Union revolutioniert.

Vielleicht macht so viel Erfolg übermütig - anders ist ihr seltsamer Auftritt vor den demonstrierenden Erziehern in Köln nicht zu erklären. Ihre Solidaritätsbekundung war so laut, als bewerbe sie sich um die Ehrenmitgliedschaft bei Ver.di. Zwar mag man den Pädagogen, die für mehr Geld und einen Gesundheitstarifvertrag streiten, in der Sache recht geben. Und doch bleibt der Streik zweifelhaft: Für die Fragen der Entlohnung gilt bis 2011 der Tarifvertrag - und damit die Friedenspflicht. Vor diesem Hintergrund haben viele Eltern das Verständnis für den Streik längst verloren. Und noch etwas mutet seltsam an: Verhandlungspartner der Gewerkschaften sind die Städte - warum Bundespolitiker jetzt deren Position schwächen, verstehen weder die Kommunen noch die Steuerzahler.