Konsequenz aus Flugzeugkatastrophe von Madrid

Flugverkehr: Zusatzprüfung für Warnsystem

Zwei Monate nach dem Absturz eines Flugzeuges am Barajas International Airport von Madrid zieht die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die Konsequenzen aus dem Unglück, das 154 Menschen das Leben kostete.

München. Die EASA wolle an diesem Mittwoch allen Fluglinien eine sogenannte Lufttüchtigkeitsanweisung erteilen, die einen Jet vom Unglückstyp MD 82 in ihrer Flotte haben, sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen. Die Behörde mit Sitz in Köln wird die Airlines künftig verpflichten, vor jedem Start die Funktionsfähigkeit des sogenannten Startwarnsystems zu prüfen.

Dieses Warnsystem weist die Piloten darauf hin, wenn die Start- und Landeklappen nicht ausgefahren sein sollten. "Diese Anweisung ist eine Präventivmaßnahme, um auszuschließen, dass sich dieses schreckliche Unglück wiederholt", sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen.

Die Untersuchung der in Madrid verunglückten Maschine der spanischen Gesellschaft Spanair durch die Flugunfall-Behörde CIAIAC hatte ergeben, dass die Startklappen nicht ausgeklappt waren. Die Crew hatte dies nicht bemerkt, da das akustische Startwarnsystem nicht funktionierte. Um ein solches Versagen zu verhindern, hatte der Hersteller McDonnell Douglas 1987 eine unverbindliche Empfehlung abgegeben, diese Warneinrichtung zu testen. Dies unterließen die Spanair-Piloten offenbar - und rasten mit 154 Menschen in den Tod.

"Ein schwerwiegender Konstruktionsfehler wird damit quasi ausgeschlossen. Die Analyse konzentriert sich auf die Betriebs- und Wartungspraxis der Airline", sagte Höltgen der dpa. Seinen Worten zufolge ist es künftig nicht mehr in das Ermessen der Crew gestellt, ob sie das System prüft oder nicht. "Diesen Check schreiben wir damit rechtsverbindlich für die MD 82 sowie für Jets der Typen DC 9 und Boeing 717-200 vor." Diese Typen verfügen über das gleiche Startwarnsystem. Weltweit seien derzeit "mehr als hundert" Maschinen dieses Typs im Einsatz, sagte Höltgen.