Seniorentag in Hamburg

Bundespräsident Gauck ruft zu lebenslangem Lernen auf

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abendblatt.de

Joachim Gauck plädiert auf dem Seniorentag in Hamburg für eine längere Lebensarbeitszeit ohne eine starre Grenze für den Renteneintritt.

Hamburg. Bundespräsident Joachim Gauck hat dazu aufgerufen, alten Menschen Chancen zum lebenslangen Lernen zu geben. Dies sei die Grundlage dafür, dass Senioren auch lebenslang tätig bleiben und in gesellschaftlichen Bereichen wirken könnten, sagte Gauck am Donnerstag zum Auftakt des 10. Deutschen Seniorentages in Hamburg. "Ich stehe heute vor Ihnen als Verbündeter“, sagte Gauck. Er habe als 72-Jähriger gerade "eine ganz neue, schöne und ehrenvolle Aufgabe“ übernommen, sagte der am 18. März gewählte Bundespräsident. Derzeit müssen Arbeitnehmer in der Regel mit Eintritt in das Rentenalter ihren Arbeitsplatz aufgeben. Zurzeit läuft eine Übergangsphase, in der das Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht wird.

"Tätig zu sein ist des Menschen erste Bestimmung“, zitierte er den deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Das widerspreche "manchem Bild vom Ruhestand“. Viele ältere Menschen würden aber in eine Krise geraten, „wenn plötzlich Anerkennung durch Arbeit und Leistung und damit oft auch das soziale Umfeld wegbrechen“.

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Gauck warnte alte Menschen zudem davor, sich von der Furcht, ein Pflegefall zu werden, oder von anderen Ängsten überwältigen zu lassen. "Wir sollten diese Befürchtungen als Anstoß nehmen, die Dinge anders und besser zu gestalten“, sagte er.

Die höhere Lebenserwartung sei den Menschen nicht einfach in den Schoß gefallen. Sie sei erarbeitet und erkämpft worden. Gauck: "Wir leben gesünder, wir bekämpfen erfolgreich viele Krankheiten, wir arbeiten sicherer.“ Deshalb liege es jetzt in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft, das längere Leben zu einem Gewinn für alle zu machen.

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Gauck räumte ein, dass es nicht jedem alten Menschen vergönnt sei, bis ins hohe Alter tätig bleiben zu können: "Es gibt Krankheiten, Schicksalsschläge.“ Deshalb sollte keinem Menschen Unzumutbares zugemutet werden. "Aber das Zumutbare schon, zumal wenn es sich mit dem Erwünschten deckt.“

Unter dem Motto "JA zum Alter“ erwarten die Organisatoren des Seniorentages bis Samstag rund 20.000 Besucher. Veranstalter ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen. In mehr als 100 Einzelveranstaltungen und an 230 Messeständen werden Informationen zu den Themen Wohnen, Gesundheit, Lernen und gesellschaftliche Teilhabe gegeben. Der Deutsche Seniorentag findet alle drei Jahre an wechselnden Orten statt. (epd)

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