Wowereit nennt Elbphilharmonie Bankrotterklärung

Berlin. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat den Bau der Hamburger Elbphilharmonie scharf kritisiert. Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt sagte der SPD-Politiker: "Die Elbphilharmonie ist finanziell inzwischen eher eine Bankrotterklärung als eine Zukunftserklärung." Da werde viel Geld ausgegeben, das für notwendige Investitionen, etwa in die Bildung, nicht mehr zur Verfügung stehe, sagte Wowereit weiter.

Der SPD-Vizevorsitzende gab zu bedenken, dass das Konzerthaus "wohl nie gebaut" worden wäre, "wenn man die tatsächlichen Kosten am Anfang gekannt hätte". Der Berliner Regierungschef betonte: "Da sind aus geplanten 186 Millionen ja 450 Millionen geworden."

Zugleich machte sich Wowereit für eine verbesserte ICE-Taktung zwischen Hamburg und Berlin stark. "Ole von Beust und ich sind uns einig, dass wir am späten Abend eine bessere Verbindung brauchen zwischen Hamburg und Berlin. Das haben wir Bahnchef Rüdiger Grube geschrieben." Es könne nicht sein, dass Berliner abends in Hamburg keine Kulturveranstaltungen wahrnehmen könnten, weil nach 21.21 Uhr kein ICE mehr zurück nach Berlin fahre.

In der Gegenrichtung sei dies möglich, weil es noch einen Spätzug von Berlin nach Hamburg gebe. "Wir hoffen, dass die Bahn zum nächsten Fahrplanwechsel die fehlende Verbindung einrichtet", sagte Wowereit.

( (cs/kam) )