Sudetendeutsche hoffen auf Ende der Eiszeit mit Tschechien

Augsburg. Hoffnung auf Tauwetter zwischen Vertriebenen und Tschechien: Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer reist im Herbst als erster Regierungschef des Freistaats nach Kriegsende zu einem offiziellen Besuch nach Prag. Der CSU-Chef kündigte die Reise als Hauptredner auf dem Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Augsburg an. Dabei erhielt er Unterstützung der Vertriebenen für sein Vorhaben.

Bisher waren solche Kontakte immer am Streit über die sogenannten Benes-Dekrete zur Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg gescheitert. Jetzt aber sei es "an der Zeit" für diesen Besuch, der im September oder Oktober stattfinden solle, sagte Seehofer. Der CSU-Chef warnte aber davor, die Reise "mit Hoffnungen und Erwartungen zu überfrachten". Er werde die Reise nicht nur mit den Sudetendeutschen vorbereiten, sondern auch offizielle Vertreter der Volksgruppe in seiner Delegation mit nach Prag bringen. Die nach wie vor geltenden Vertreibungsdekrete würden auf jeden Fall Gesprächsthema sein.