Flüchtlingskrise

Türkei hindert 1300 Flüchtlinge an Weiterreise in die EU

Flüchtlinge am Ufer der griechischen Insel Lesbos: Nach den Verhandlungen mit der EU hat die Türkei 1300 Migranten festgenommen.

Flüchtlinge am Ufer der griechischen Insel Lesbos: Nach den Verhandlungen mit der EU hat die Türkei 1300 Migranten festgenommen.

Foto: Stratis Balaskas / dpa

Nach dem Gipfel zur Flüchtlingskrise haben türkische Behörden 1300 Migranten festgenommen. Die Menschen wollten nach Griechenland.

Ayvacik.  Nur Stunden nach der Übereinkunft mit der Europäischen Union (EU) über die Begrenzung des Flüchtlingsstroms haben die Behörden der Türkei rund 1300 Migranten festgenommen, die offenbar über das Meer nach Griechenland wollten. Polizisten hätten Hunderte Syrer, Iraker, Iraner und Afghanen sowie drei Schlepper nahe der Stadt Ayvacik festgenommen, hieß es seitens der Küstenwache am Montag.

Die Polizeiaktion war die größte ihrer Art seit Monaten. Die Migranten seien in ein Abschiebezentrum gebracht worden, hieß es in den Behörden. Einige von ihnen würden in ihre Heimatländer zurückgeschickt.

Türkei erhält drei Milliarden Euro von EU

Die Türkei hat der EU am Sonntag zugesagt, den Zustrom von Migranten zu unterbinden. Dafür erhält sie drei Milliarden Euro, um eine bessere Versorgung der Flüchtlinge in der Türkei zu sichern. Außerdem wurde der Türkei die Visafreiheit für Reisen in die EU in Aussicht gestellt sowie eine Beschleunigung der EU-Beitrittsverhandlungen.

Rund 500.000 Menschen sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Syrien über die Türkei und das Mittelmeer nach Griechenland gekommen. Von dort gelangten die meisten über die sogenannte Balkanroute nach Mittel- und Nordeuropa. Hunderte Menschen sind bei der gefährlichen Überfahrt über das Meer ertrunken. (rtr)