Ukraine bittet EU um weitere zwei Milliarden Euro für Erdgas

Brüssel. Die von der Pleite bedrohte Ukraine hat die EU-Kommission um weitere Finanzhilfen in Höhe von zwei Milliarden Euro gebeten. Das bestätigte ein EU-Kommissionssprecher am Dienstag in Brüssel, während der ukrainische Energieminister Juri Prodan mit seinem russischen Kollegen Alexander Nowak und EU-Energiekommissar Günther Oettinger über eine Beilegung des Gasstreits beriet. Die Ukraine braucht Geld, um Russland offene Gasrechnungen in Milliardenhöhe zu bezahlen.

„Die EU-Kommission hat eine Anfrage der ukrainischen Regierung für einen zusätzlichen Kredit über zwei Milliarden Euro erhalten“, teilte der Sprecher mit. „Das wird nun bewertet in Gesprächen mit dem Internationalen Währungsfonds und der ukrainischen Regierung.“ Die EU-Kommission wolle die Ukraine weiter unterstützen. Ein bereits beschlossenes EU-Hilfspaket umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die sich auf etwa elf Milliarden Euro summieren.

Bei dem Treffen der beiden Energieminister sollte versucht werden, den Konflikt um russische Gaslieferungen und von der von einer Staatspleite bedrohten Ukraine unbezahlte Rechnungen zu lösen. Russland fordert die EU zur Unterstützung der Ukraine auf. Thema war auch der Preis für künftige Lieferungen. Zuletzt hatte es eine Annäherung zwischen Moskau und Kiew gegeben. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende verkündet, es gebe eine Einigung auf einen Preis von 385 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Aus Moskau war nur zu hören, es sei über einen Preis für die kommenden fünf Monate gesprochen worden.

Der Kommissionssprecher betonte, dass es sich bei der neuen Anfrage der Ukraine um eine generelle Finanzhilfe für die Regierung in Kiew handele. „Wir legen nicht genau fest, welcher Finanzbedarf damit genau abgedeckt werden sollte.“ Die Gespräche der Energieminister zogen sich derweil in die Länge. Nach Einzelgesprächen saß EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Nachmittag mit Nowak und Prodan zusammen. Es gebe Verzögerungen, hieß es aus Kommissionskreisen.

Durch eine Einigung würde sich für die EU das Risiko ausbleibender Gaslieferungen aus Russland in den Wintermonaten verringern. Ein beträchtlicher Teil des Gases wird über die Ukraine nach Westeuropa geleitet.