Frankreich sieht sich im „Krieg“ als Haupt-Zielscheibe

Paris . Frankreich ist im Alarmzustand: Die Organisation Islamischer Staat (IS) wolle „die Bedingungen für Angst, für Panik schaffen“, warnte Premierminister Manuel Valls am Donnerstag nach der Enthauptung einer französischen Geisel in Algerien. „Frankreich wird vor dem Terror nicht zurückweichen.“ Doch die Sorge vor Anschlägen im Inland oder neuen Entführungen im Ausland ist immens. Nun wurden in Frankreich die ohnehin schon hohen Sicherheitsmaßnahmen für öffentliche Plätze und in Verkehrsmitteln noch einmal verschärft. Der Irak hat nach Angaben seines Ministerpräsidenten Haider al-Abadi Planungen von Terroristen für Anschläge auf U-Bahnen in Paris und den USA aufgedeckt, teilte Al-Abadi am Donnerstag in New York mit.

In rund 30 Ländern, vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten, sind die Franzosen aufgerufen, „größte Vorsicht“ walten zu lassen und sich regelmäßig bei ihren Botschaften oder Konsulaten zu melden. Denn seit der IS wegen der französischen Luftangriffe auf seine Stellungen im Irak dazu aufgerufen hat, wahllos Bürger westlicher Staaten zu töten, vor allem die „dreckigen Franzosen“, rechnen in Frankreich viele mit dem Schlimmsten.

Die Franzosen sehen sich als Haupt-Zielscheibe der Islamisten, nicht nur weil sie sich als bisher einziges europäisches Land den US-Luftangriffen im Irak angeschlossen haben. Aus Frankreich kommen auch mehr Kämpfer für den IS als aus jedem anderen Land Europas. Das Innenministerium gab deren Zahl zuletzt mit 930 an, etwa 180 sollen Syrien wieder verlassen haben und teils zurück in Frankreich sein. Die Sicherheit rund um religiöse Gebäude, Botschaften und bei Menschenansammlungen wurde verstärkt. „Wir werden den Kampf gegen den Terrorismus überall fortsetzen“, sagte Staatschef François Hollande.