Bewaffnete bedrohen Uno-Gesandten auf der Krim

New York/Moskau. Inmitten der Krim-Krise zwischen Russland und der Ukraine hat ein Zwischenfall große Sorgen bei den Vereinten Nationen ausgelöst: Der Uno-Sondergesandte Robert Serry ist auf der Schwarzmeer-Halbinsel von zum Teil bewaffneten Männern bedroht worden. Die zunächst nicht identifizierten Männer hätten Serry aufgefordert, zum Flughafen zu fahren und die Krim sofort zu verlassen, sagte der stellvertretende Uno-Generalsekretär Jan Eliasson in Kiew und sprach von einem „sehr bedauernswerten Vorfall“.

Der niederländische Uno-Gesandte soll im Auftrag von Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon die Lage der von russischen Kräften besetzten Krim bewerten. Er habe gerade das Marine-Hauptquartier in Simferopol verlassen, als ihn die Männer bedrohten, sagte Eliasson. Serry habe es abgelehnt, die Krim zu verlassen, und sei zu Fuß zum Hotel gegangen. „Sein Wagen wurde blockiert. Er fühlt sich ernsthaft bedroht.“

Unterdessen setzen sich die diplomatischen Bemühungen fort, die Krise am Schwarzen Meer politisch zu lösen. Heute reist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu einem länger geplanten Besuch nach Moskau. Ursprünglich ging es um eine Intensivierung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Jetzt steht auch die Krim-Krise auf der Tagesordnung. Möglicherweise trifft Gabriel auch Kremlchef Wladimir Putin.