Netanjahu warnt Merkel vor Irans Atomraketen

Jerusalem. Bei ihrem Besuch in Israel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das internationale Atom-Abkommen mit dem Iran gegen israelische Kritik verteidigt. Eine Anreicherung von Uran „auf niedriger Schwelle“ solle für den Iran möglich sein, sagte Merkel nach einer gemeinsamen Sitzung der Kabinette Deutschlands und Israels in Jerusalem. Es solle aber „Absicherungen“ geben, um eine atomare Bewaffnung des Iran zu verhindern.

Israels Premier Benjamin Netanjahu warnte die Kanzlerin dagegen, der Iran entwickle derzeit Langstreckenraketen, die „für euch bestimmt sind, für Europa und für die USA“. Er fügte hinzu: „Die Raketen, die sie für uns brauchen, haben sie ja schon.“ Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht.

Merkel mahnte auch eine Lösung im Streit um jüdische Siedlungen in den Palästinensergebieten an. Sie habe hier „große Sorgen“. Netanjahu sagte, er sei „zu einem Abkommen bereit, das die Konflikte ein für alle Mal beendet“. Die Zweistaatenlösung erfordere aber, dass „ein demilitarisierter Palästinenserstaat Israel als jüdischen Staat anerkenne“. Dem stimmte Merkel zu.

Anschließend erhielt die Kanzlerin aus der Hand von Staatspräsident Schimon Peres die Ehrenmedaille, den höchsten zivilen Orden Israels. Merkel unterstütze „stark und ohne zu zögern“ den Staat Israel und dessen Sicherheitsinteressen, sagte Peres.