Obama setzt im Syrien-Konflikt auf Russland

Washington. Neue Töne im Verhältnis zwischen Washington und Moskau: Im Konflikt um die Chemiewaffen des Assad-Regimes sucht US-Präsident Barack Obama jetzt den Schulterschluss mit Syriens Verbündetem Russland. Er habe seinen Außenminister John Kerry gebeten, mit dem Kreml einen diplomatischen Weg aus der Krise zu suchen, sagte Obama in einer 15-minütigen Rede an die Nation. Ein Treffen der Außenminister beider Länder ist für den heutigen Donnerstag in Genf geplant. Obama forderte, dass Syrien seine Chemiewaffen aufgebe und letztlich vernichte. Andernfalls sei weiter ein Militärschlag möglich.

In seiner mit Spannung erwarteten Fernsehansprache bezeichnete Obama den Giftgasangriff gegen die syrische Bevölkerung vom 21. August als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die USA wüssten, dass Assad dafür verantwortlich sei. Klarheit sollen die Ergebnisse der Uno-Inspekteure schaffen. Ihr Bericht wird für Montag erwartet.

Das israelische Fernsehen berichtete, Moskau habe Assad als Gegenleistung für ein Einlenken im C-Waffen-Streit die Lieferung zusätzlicher konventioneller Waffen zugesagt. An den Verhandlungen sei auch der Iran beteiligt gewesen. Ein Teil der Waffen sei schon auf dem Seeweg nach Syrien.

In Hannover landeten am Nachmittag die ersten 107 von insgesamt 5000 syrischen Flüchtlingen, die nach Deutschland geholt werden.